Nürnberg – Nach dem vermaledeiten Fußball-Jahr 2019 will Jens Keller mit kontrollierter Euphorie die Aufholjagd in der 2. Fußball-Bundesliga starten. Dass es für seinen 1. FC Nürnberg zum Start in die Rest-Rückrunde am heutigen Donnerstag (20.30 Uhr/Sky) auswärts just gegen einen vermeintlichen Angstgegner wie den Hamburger SV geht, beunruhigt den Trainer nicht. „Wer Angst hat, ist gelähmt, der wird nicht viel erreichen“, stellte Keller klar.
Von Statistiken will sich der Coach im Abstiegskampf ebenfalls nicht beunruhigen lassen. Seit 1993 gewannen die Nürnberger von 28 Pflichtspielen gegen den HSV gerade mal drei. Aber das ist längst Vergangenheit. Was beim „Club“ noch im Kopf ist, sind die gute Wintervorbereitung und die beiden deutlichen Testspielsiege gegen ZSKA Sofia (5:0) und vor allem den großen FC Bayern (5:2). Der Schwung aus diesen Partien soll die Franken auch in Hamburg zum Erfolg bringen. „Sicherlich muss eine Aufbruchstimmung da sein, die ist auch bei der Mannschaft da, die ist bei uns allen da“, stellte Keller klar. Allerdings schränkte er schnell ein: „Aber wir dürfen die Augen nicht verschließen vor dem Tabellenplatz. Wir sind 16.“ Nach Kellers Ausführungen am Dienstag gewann Abstiegsrivale Wehen Wiesbaden, wodurch Nürnberg sogar auf Rang 17 der Tabelle abrutschte.
Obwohl die Hamburger in der Aufstiegszone beste Chancen auf die Rückkehr in das Oberhaus haben, warnte Keller vor Ehrfurcht gegenüber den Hanseaten. Die Mannschaft des früheren Nürnberger Coaches Dieter Hecking sei zwar „einer der Top-Favoriten der Liga“, aber „die Euphorie und die positiven Erlebnisse aus der Vorbereitung“ sollen den „Club“ beflügeln. Dieter Hecking wiederum waren die „Ausrufezeichen“ der Nürnberger gegen Bayern und Sofia nicht entgangen. Der „Club“ sei besser als der Tabellenplatz, warnte der Routinier. sid