Die Worte von Jürgen Klopp hörten sich wie eine Entschuldigung an. „Ich will niemanden langweilen“, kommentierte der Teammanager des FC Liverpool nach dem 2:0 (1:0) bei West Ham United seine Aussagen. Zuvor hatte der deutsche Coach des Champions-League-Gewinners offenbar selbst bemerkt, dass seine nach wie vor zur Schau gestellte Zurückhaltung mit Blick auf den immer näher rückenden Titelgewinn kaum noch jemand ernst nimmt.
Schließlich wurde Klopp nach dem Erfolg im Nachholspiel der Premier League schon gar nicht mehr gefragt, ob die Reds zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder englischer Fußballmeister werden. Es ging lediglich um die Bestmarken, die der frühere Rekordmeister auf dem Weg zur 19. Meisterschaft aufstellen kann – was angesichts von 19 Punkten Vorsprung nach 24 Spieltagen auf Manchester City nicht verwunderlich ist.
Bei den noch 14 ausstehenden Spielen ging es darum, ob Liverpool (bisher 70 von 72 möglichen Punkten) den Ligarekord der Citizens (100 Zähler) aus der Vorsaison brechen kann. Und es wurde darüber spekuliert, ob das Klopp-Team, derzeit mit 41 Partien ohne Pleite, die Bestmarke des FC Arsenal von 49 Punktspielen ohne Niederlage in Folge aus den Jahren 2003 und 2004 übertreffen wird.
Doch all die Bestmarken interessieren Klopp Nullkommanull – das gab der 52-Jährige zu Protokoll. „Ich schaue überhaupt nicht darauf. Ein Rekord hat doch nur so lange Bestand, bis ein anderer ihn bricht“, sagte Klopp: „Als ich mit Borussia Dortmund Meister wurde, holten wir mit 81 Punkten den Rekord. Ein Jahr später wurde Bayern mit 91 Punkten Meister.“ sid