Mailand – Natürlich war er auch in Mailand allgegenwärtig. So ließen auch Olimpia Mailand und der FC Bayern zu Ehren der, am Sonntag bei einem Helikopter-Absturz ums Leben gekommenen Basketball-Legende Kobe Bryant erst einmal die Wurfuhr herunterlaufen.
Bis er schließlich doch zurück war, der Basketball-Alltag. Und der hatte für die Münchner Bekanntes parat: Eine Auswärtsniederlage. Wenn auch eine denkbar bittere: Erst in den Schlusssekunden mussten sich die Bayern beim Playoff-Anwärter aus Mailand mit 78:79 (45:38) geschlagen geben. Auch ein starker Danilo Barthel mit 18 Punkten konnte daran nichts ändern.
Bayern-Trainer Oliver Kostic war die Sache gegen die lombardische Startruppe ja durchaus selbstbewusst angegangen. Man wollte die Bretter kontrollieren und das eigene Spiel durchziehen, hatte der der Serbe im Vorfeld erklärt. Beides war den Bayern in Europa bislang ja nur bedingt gelungen.
Aber auch wenn man am Ende erneut leer ausging: die Zeichen mehren sich, dass bei den Bayern mit Kostic tatsächlich so etwas wie eine neue Zeitrechnung begonnen haben könnte. Die Münchner starteten vor 8303 Zuschauern selbstbewusst. Machten die eigene Zone dicht, als wäre das nichts gegen Offensivpower mit Namen wie Luis Scola, Sergio Rodriguez oder Nemanja Nedovic.
Und vorne? Traten Männer in den Mittelpunkt, die in der Euroleague bislang nicht unbedingt die größte Rolle gespielt haben. Alex King zum Beispiel – der Veteran setzte früh gleich drei Dreier ins Schwarze. Neun Punkte, das ist nicht ohne für einen Mann, der im Schnitt bislang gerade einmal 1,6 Zähler zu Buche stehen hatte.
In höchster Not versuchte sich Mailands Starcoach Ettore Messina gegen zunehmend sellbstbewusstere Münchner mit kleinerer und schnellerer Aufstellung. Und das zahlte sich aus. Aus zwischenzeitlichen 20 Zählern Rückstand machten die Italiener in der Schlussminute eine 76:75-Führung.
Ein Herzschlagfinale war gekommen und das hatte das schlechtere Ende für die Bayern parat. Weil Nemanja Nedovic an der Freiwurflinie die Nerven behielt.