Düsseldorf – Um Punkt 18 Uhr schließt heute das Winter-Transferfenster. Abgesehen von der Leihe von Alvaro Odriozola hat sich der FC Bayern am winterlichen Markt ruhig verhalten. Ab sofort können sich die Verantwortlichen also ausschließlich auf den kommenden Transfer-Sommer konzentrieren – und hinter den Kulissen wird schon eifrig für die Saison 2020/2021 geplant.
Anfang Januar gab es an der Säbener Straße eine Art „Elefanten-Runde“ der Bosse um Präsident Herbert Hainer, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Vorstand Oliver Kahn und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Bei dieser „fast philosophischen Diskussion“, wie Rummenigge es bezeichnete, sprach man unter anderem über das künftige Vorgehen bei 100-Millionen-Transfers. Ergebnis: Man macht den Wahnsinn nicht um jeden Preis mit. Durch diese Ausrichtung spricht aktuell auch vieles dagegen, dass Kai Havertz im Sommer für mehr als 100 Millionen nach München wechselt. Dafür ist ein anderer Bundesliga-Star in den Fokus gerückt: Achraf Hakimi (21), Leihgabe von Real Madrid, aktuell in Diensten von Borussia Dortmund.
In den spanischen Gazetten wird schon länger vom Bayern-Interesse am Marokkaner berichtet. Aus gutem Grund: Es ist nämlich Bayern-Vorstandsboss Rummenigge persönlich, der vom Noch-Dortmunder begeistert ist. Rummenigge ist der Meinung, dass der Rechtsverteidiger mit seinem offensiven Spielstil und seiner mutigen Spieleröffnung dem Rekordmeister gut zu Gesicht stehen würde. „ Ich kann versichern: Niemand vom FC Bayern hat Kontakt zu uns aufgenommen“, sagte aber Hakimi-Berater Alejandro Camano gegenüber „spox“ und „goal“ .
Die Leihe von Odriozola, der ebenfalls Spieler von Real Madrid ist, endet bereits im Sommer und beinhaltet keine Kaufoption. Da kommt es den Münchnern zugute, dass Rummenigge beste Beziehungen zu den Königlichen und deren Präsidenten Florentino Perez genießt. Denn: In Sachen Wechsel haben zunächst die Madrilenen die Karten in der Hand.
Sollte Trainer Zinedine Zidane nächste Saison mit Hakimi (Vertrag bis 2022) planen, wird es für die Münchner zäh mit einem Transfer. Außerdem eine Hürde für Rummenigge und die Bayern: Im Falle eines Hakimi-Abgangs könnte der BVB von seiner sogenannten „Matching Klausel“ profitieren. Diese besagt, dass Dortmund über sämtliche Angebote anderer Vereine für Hakimi informiert werden muss, um im Fall der Fälle nachziehen zu können.
Möglich also, dass es im Sommer zum Wettbieten zwischen den Bundesliga-Größen aus München und Dortmund kommt. M. BONKE