München – Philippe Coutinho, Ivan Perisic und Michael Cuisance haben beim Münchner Gastspiel in Mainz eine echte Duftmarke gesetzt. Dabei sorgte das Trio nicht etwa mit sportlichen Leistungen für bleibenden Eindruck, sondern mit dem Abmarsch durch die Mixed Zone.
Als die drei am frühen Samstagabend wortlos in Richtung Mannschaftsbus schlenderten, waberte eine Parfumwolke zu den wartenden Journalisten herüber. Vor allem der Brasilianer Coutinho leidet darunter, nur Teilzeitkraft zu sein. So kann sich die Leihgabe des FC Barcelona nicht ansatzweise für eine Weiterverpflichtung durch den FC Bayern im Sommer empfehlen. Coutinho droht der München-K.o.
Hansi Flick hatte noch während des Wintertrainingslagers in Katar erklärt: „Die Vorbereitung hat ihm sehr gut getan.“ Der Bayern-Coach nahm den Offensivmann gewissermaßen in die Pflicht, forderte, dass er „gegen Hertha zeigt, was er für eine Klasse hat“. Beim gelungenen Münchner Rückrundenstart in Berlin (4:0) gehörte Coutinho allerdings zu den Verlierern. Sein Auftritt fiel deutlich ab gegenüber dem Rest.
Seitdem baut Flick auf den gegen Hertha gelb-gesperrten Joshua Kimmich und Thiago auf der Doppelsechs, davor wirbelt Leon Goretzka. Letzterer ist derzeit der Mann, an dem Coutinho nicht vorbei kommt. Gegen Ex-Klub Schalke ragte Goretzka (ein Tor, eine Vorlage) heraus. Er verkörpert viele Qualitäten, die dem Brasilianer abgehen. An erster Stelle die aggressive Arbeit gegen den Ball.
Kapitän und Teamkollege Manuel Neuer weiß das, betonte nach dem Mainz-Spiel: „Philippe arbeitet super gegen den Ball, besser als in der Hinrunde. Auch in der Vorbereitung hat er richtig viel investiert und geackert.“ Der Keeper ist überzeugt, dass der Rechtsfuß dem Rekordmeister „weiterhin helfen“ werde. Noch besser dürften für ihn folgende Worte von Neuer klingen: „Es ist eine Frage der Zeit, bis er wieder in der ersten Elf stehen wird.“
Vielleicht ist es schon morgen (20.45 Uhr/Sky) im Pokal-Achtelfinale gegen die TSG Hoffenheim so weit – auch wenn Flick sich noch nicht in die Karten schauen lassen wollte. Er sagte im Hinblick auf mögliche Personalrochaden: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Wir müssen schauen, wie jeder einzelne das Mainz-Spiel verkraftet hat.“
Lässt der Bayern-Trainer seinen Brasilianer von der Kette, dürfte der besonders motiviert sein, denn ab sofort geht es in jedem Einsatz um die persönliche Zukunft. Bis Ende Juni ist der 27-Jährige vom FC Barcelona ausgeliehen. Wollen die Münchner Coutinho darüber hinaus behalten, wird laut Leihvertrag eine Ablösesumme in Höhe von 120 Millionen Euro fällig. Es ist allerdings auszuschließen, dass der deutsche Rekordmeister diesen Betrag tatsächlich bezahlt. Aus Spanien verlautete auch bereits, dass Barça zu neuen Verhandlungen bereit sei. In Katalonien baut man ganz offensichtlich nicht mehr auf Coutinho. Ob der Trainerwechsel jüngst daran etwas ändert, muss sich erst noch zeigen.
Stand jetzt hat der Brasilianer in München trotz guter Bilanz – sieben Tore, acht Vorlagen – einen schweren Stand. In Barcelona liegt vieles im Argen. Gut vorstellbar also, dass Coutinho seine Duftmarken künftig bei einem dritten Club setzt.