Bremen – Kaum eine Chance, wenig Hoffnung und Angst vor einem Debakel: Die wenigsten Fans erwarten vom krisengeschüttelten SV Werder Bremen im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund ein Duell auf Augenhöhe. Denn der Bundesliga-Dritte kommt in Topverfassung und mit Tormaschine Erling Haaland zum Achtelfinalspiel ins mit 42 100 Zuschauern ausverkaufte Weserstadion.
Für Werder spricht eigentlich nichts. Haaland erzielte in nur drei Spielen sieben Tore für den BVB – die gesamte Werder-Mannschaft benötigte für die gleiche Trefferzahl neun Begegnungen. Und dennoch hat Trainer Kohfeldt nicht den Plan, komplett auf die Defensive zu setzen. „Natürlich hat der BVB, nicht nur wegen Haaland, eine immense offensive Power. Wir werden auf dem Platz leiden müssen, dennoch müssen wir probieren, mutig zu spielen“, sagte der Coach.
Aber der Pokal ist für Werder auch eine Chance, sich in einem anderen Wettbewerb zu beweisen und womöglich Selbstvertrauen für den Kampf gegen den Abstieg zu tanken. „Es ist ein Spiel ohne Langzeitwirkung“, sagt Kohfeldt: „Keiner muss die Bundesligatabelle im Kopf haben, die Anspannung in einem solchen einem K.o.-Spiel ist eine ganz andere.“
Schließlich ist es gerade mal ein Jahr her, dass sich die Hanseaten in Dortmund über die Verlängerung und das Elfmeterschießen für das Pokal-Viertelfinale qualifizierten. „Auch das war damals eine große Herausforderung für uns, auf die wir uns gefreut haben“, erinnert sich Mittelfeldspieler Davy Klaassen.
Rückkehrer Davie Selke wirkt gelassen vor seinem Heimspiel-Debüt: „Natürlich hat Dortmund eine Riesenqualität, aber das Weserstadion wird uns helfen.“ Perspektivisch gesehen ist jedoch der Rückhalt der Fans wichtiger, wenn es am Samstag gegen Union Berlin um wichtige Bundesligapunkte geht. sid