Französischer Sport erschüttert

von Redaktion

Enthüllungen von sexueller Gewalt lösen Entsetzen aus

Paris – Mehr als 50 Spitzensportlerinnen und -sportler haben nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe im Eiskunstlauf in Frankreich ein Ende der sexuellen Gewalt im Sport gefordert. „Die jüngsten Enthüllungen über sexuelle Übergriffe, die mehrere junge Sportler erlitten haben, erschüttern das System und wecken unseren Zorn“, heißt es in einem gestern veröffentlichten offenen Brief. Unterzeichnet haben unter anderem der zweimalige Judo-Olympiasieger Teddy Riner, die ehemalige Tennisspielerin Tatiana Golovin oder die Eiskunstläuferin Nathalie Péchalat. „Wir bringen unsere Unterstützung und Solidarität mit den Opfern zum Ausdruck“, hieß es weiter.

Die schweren Missbrauchsvorwürfe der ehemaligen französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol gegen ihren Trainer hatten in der vergangenen Woche ein Beben in der französischen Sportwelt ausgelöst. Mittlerweile hat sich auch die Justiz in den Fall eingeschaltet. Im Zuge dessen wurden auch Missbrauchsvorwürfe anderer Eiskunstläuferinnen und Schwimmerinnen bekannt.

„Wir fühlen uns auch deshalb verantwortlich, weil wir alle Zweifel, Verdächtigungen und Informationen gehabt haben“, schreiben die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Briefes. Sie fordern nun etwa eine anonyme Meldestelle für Übergriffe.

Nur allzu oft bedeute Reden, die Zukunft zu riskieren, heißt es weiter in dem Brief. Denn die Auswahl zu Wettbewerben hänge nicht nur von den sportlichen Leistungen, sondern auch vom Willen der Verbände und Trainer ab. „Wir können nicht länger schweigen! Es ist an der Zeit, gemeinsam zu handeln und zu erkennen, dass das Brechen des Schweigens auch dem Sport dient.“  dpa

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