München will die Handball-EM

von Redaktion

Olympiahalle wird sich als Ausrichter für die Titelkämpfe 2024 bewerben – Vergabe im Sommer

VON PATRICK REICHELT

München – Olympiaparkchefin Marion Schöne hatte an der Sache ja schon am Rande der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr wenig Zweifel gelassen. Nun ist also (fast) amtlich: München wird auch für das nächste Handball-Großereignis im eigenen Land, die EM 2024 den Hut als Ausrichter in den Ring werfen. Der Sportausschuss des Stadtrats hat vorbehaltlich der Zustimmung der Vollversammlung am 19. Februar beschlossen, München als Spielort ins Bewerberrennen zu schicken.

Oberbürgermeister Dieter Reiter rieb sich schon einmal die Hände: Den Münchnen winke ein „fantastisches Sportjahr“, wenn die Stadt neben der Fußball- auch die Handball-EM beherbergen dürfe. Sportreferentin Beatrix Zurek meinte: „Der Handball hat München schon während der WM 2019 total in seinen Bann gezogen. Wenn die Landeshauptstadt 2024 wieder EM-Spiele ausrichten darf, freue ich mich schon heute auf die feurige und einmalige Atmosphäre.“

Ob es tatsächlich so kommt, wird sich im Sommer entscheiden. Dann wird der Deutsche Handball Bund (DHBI) aus dem Kreis der Bewerber die drei bis sieben Arenen auswählen, in denen die besten Teams des Kontinents zum ersten Mal in Deutschland ihren Champion ausspielen werden.

Beim potenziellen Mitausrichter, dem Bayerischen Handball Verband, ist man zuversichtlich, dass der Daumen für München erneut nach oben gehen wird. Dass das so ist, hat viel mit der WM 2019 zu tun, als die Vorrundengruppe in München alle Erwartungen sprengte. Beim DHB war man sogar so angetan, dass man München die im April stattfindende Olympia-Qualifikation der deutschen Mannschaft (17. bis 19. April) antrug. Aus der Sache wurde nichts, weil die Olympiahalle am fraglichen Wochenende bereits belegt ist. „Aber das ist schon ein Zeichen der Wertschätzung“, sagt BHV-Vorstandsmitglied Martin Haider.

Beim bayerischen Verband hat der Erfolg der WM – nicht zuletzt dank der Zuschauermagneten Kroatien und Island waren drei der fünf Spieltage in München ausverkauft – auch die Lust auf mehr geweckt. Wovon auch der Hashtag #München kannHandball zeugt, den der Landesverband nach der WM in den sozialen Medien verwendete. Wobei man nur zu gerne auch das deutsche Team unter dem Münchner Zeltdach sehen würde. Da allerdings hält sich die Zuversicht in Grenzen. „Die Hoffnung stirbt zuletzt und wir werden uns natürlich darum bemühen, denn das wäre natürlich die Krönung“, sagte Haider, „aber in der Regel schaut der Verband für die deutschen Spiele eher auf die Handball-Hochburgen.“

In der Tat: Bei der Heim-WM war die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop in Berlin, Köln und schließlich Hamburg im Einsatz, wo sie dann im Halbfinale an Norwegen scheiterte.

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