Ponomarew ist draußen

von Redaktion

Krefelder Eishockey vom Investor, der nicht zahlte, befreit

München/Krefeld – Am vergangenen Freitag gewannen die Krefeld Pinguine gegen die Kölner Haie 8:2. Bemerkenswert waren die Reaktionen aus dem Gäste-Block. Die Fans aus Köln feierten den Bezwinger ihres Teams und forderten: „Krefeld muss bleiben.“ Die freundliche Seite des Eishockeys: In der Not solidarisiert man sich.

Köln leidet gerade sportliche Not, doch schlimmer ist die der Krefeld Pinguine, deren wirtschaftliche Lage sich von Woche zu Woche zuspitzte und die gesamte Deutsche Eishockey-Liga (DEL) beschäftigte: Geht der Traditionsverein, eines der sechs Ur-Mitglieder der 1994 gegründeten Profiliga, pleite? Die Gefahr scheint nun abgewendet – zumindest erfolgte ein wesentlicher Schritt zum Projekt „Krefeld muss bleiben“: Am späten Montagabend wurde der Gesellschafterstreit beendet: Die dubiose Firma Energy Consulting Europe GmbH übertrug ihre Anteile an der KEV Pinguine Eishockey GmbH an den Mitgesellschafter Dirk Wellen. Im Klartext: Michael Ponomarew ist draußen.

Der russische Investor, Präsident des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen, war über die Energy Consulting (mit der er nun angeblich nichts mehr zu tun hat) im Krefelder Eishockey eingestiegen. Jedoch, so KEV-Geschäftsführer Matthias Roos, das schuldig geblieben, was er versprochen hatte. Ponomarew bestritt dies und sagte, ihm sei Einsicht in die Bücher stets verweigert worden.

Ihre Spielergehälter konnten die Krefelder bisher noch bezahlen, obwohl das Minus aus der laufenden Saison auf bis zu 1,1 Million Euro hochgerechnet wurde. Roos will nun „kurzfristig für Liquidität sorgen und die angestrebte Stammkapitalerhöhung (750 000 Euro, d. Red.= noch diesen Monat umsetzen.“ Aber: „Wir haben in der Saisonplanung drei Monate verloren.“ Übern Berg ist das Krefelder Eishockey also noch nicht. In der DEL2 lauert Frankfurt auf eine Übernahme der Lizenz.  gük

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