Für Alaba „notfalls die Bank sprengen“

von Redaktion

Sky-Experte Hamann sieht den Österreicher als Kopf der Bayern – bei Sané ist er skeptisch, Flick soll bleiben

München – Leroy Sané kommt im Sommer nicht zum FC Bayern, sondern ein Flügelflitzer von Werder Bremen. Hansi Flick bleibt Münchner Cheftrainer – und David Alaba bekommt endlich das Gehalt, das er verdient hat. Nein, unsere Zeitung hat keinen Blick in die rote Glaskugel geworfen. All diese Vorschläge stammen von Sky-Experte Dietmar Hamann (46). Er spielte von 1989 bis 1998 für die Bayern und nimmt auch heute kein Blatt vor den Mund, wenn es um seinen Ex-Club geht.

„Der FC Bayern spielt so gut wie in den letzten zwei Jahren wahrscheinlich nicht mehr. Viel dominanter, als sie im Moment spielen, kann man nicht spielen“, erklärte Hamann gestern bei einer Presserunde. Der TV-Experte wird am Sonntag (18 Uhr, Sky) vor Ort sein, wenn der Tabellenführer auf Verfolger RB Leipzig trifft. Er meint mit Blick auf das Duell: „Viele haben gedacht, dass die Leipziger in der Favoritenrolle sind – auch ich. Das hat sich in den letzten drei Wochen gedreht. Leipzig hat nicht annähernd die Form der Hinrunde gefunden.“ Genau diese Erfahrungen müssen vor der Reise nach München aus den Köpfen der Spieler gestrichen werden. „Sie müssen jetzt schauen, dass sie das spielerische Element weiterbringen. Denn wenn du auf Strecke oben bleiben willst, musst du in der Lage sein, dass Spiel mit Ball zu kontrollieren. Und da hat RB großen Aufholbedarf“, sagt Hamann.

Dass die Münchner in der Rückrunde so schnell den Sprung an die Spitze geschafft haben, liegt für den ehemaligen Mittelfeldmann vor allem an der Schaltzentrale. Der TV-Experte: „Flick hat eine gute Formation für die Mitte gefunden, letztes Jahr war das noch die Achillesferse.“ Gemeint sind damit zum einen „Stratege“ Thiago und der „spiel- und laufstarke“ Leon Goretzka. Ein Sonderlob gab es von Hamann für Joshua Kimmich. „Er kann in die Rolle hereinwachsen, die seit Javi Martinez’ Formverlust und dem Abgang von Bastian Schweinsteiger nicht mehr besetzt war. Kimmich kann der Spielertyp werden, den es braucht, um große Titel zu gewinnen“, meinte der 46-Jährige.

In der Champions League traut Hamann seinem Ex-Verein schon heuer einiges zu: „Wenn ich eine Mannschaft nennen müsste, die dem FC Liverpool gefährlich wird, wären das die Bayern.“ Das hat auch mit David Alaba zu tun. Flick machte den Österreicher vom Außen- zum Innenverteidiger. Für Hamann ein cleverer Zug: „Alaba ist in den letzten Wochen zum Kopf der Mannschaft geworden.“ Für den Experten steht angesichts der nahenden Vertragsgespräche außer Frage, dass Identifikationsfiguren wie Thomas Müller und Alaba gehalten werden müssen. Für den Innenverteidiger solle der FC Bayern notfalls „die Bank sprengen. Er ist noch nicht in der Top-Gehaltsklasse, aber da gehört er hin.“

Leroy Sané übrigens würde Hamann nicht nach München lotsen. Der ehemalige Profi meinte: „Wenn ein Trainer wie Pep Guardiola einen Spieler mit so einem Talent nicht mehr in den eigenen Reihen haben will, würden bei mir die Alarmglocken schrillen.“ Diese Interpretation ist allerdings etwas schwammig, weil Guardiola stets betonte, gerne weiter mit Sané arbeiten zu wollen. So oder so: Für Hamann ist Kai Havertz das „Transferziel Nummer eins“. Und für den Flügel empfiehlt der 46-Jährige Bremens Milot Rashica.

Die Trainerfrage hingegen stellt sich für Hamann gar nicht. „Oliver Kahn und Herbert Hainer sprechen davon, wieder eine Ära prägen zu wollen. Das kannst du nur, wenn du einen Trainer wie Flick hast, der auch mal einen jungen Spieler reinschmeißt“, erklärte Hamann. Flick sei für ihn der richtige Mann auf der richtigen Position. JONAS AUSTERMANN

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