München – Bestens gelaunt marschierte Niklas Süle nach dem Pokal-Duell im beigen Mantel durch die Allianz Arena. Es war das erste Mal seit seinem Kreuzbandriss im vergangenen Herbst, dass der Abwehrspieler eine Partie seiner Kollegen im Stadion verfolgte. Zuvor wollte er Abstand, es tat ihm weh, vor Ort und doch nicht dabei zu sein. Aber jetzt gehe es ihm sehr, sehr gut, versicherte Süle mehrmals auf entsprechende Nachfrage.
Was er in seiner Reha schon tun könne? „Laufen, laufen, laufen!“ Bisher absolviert er sein Lauftraining zwar „nur“ auf einem sogenannten Alter-G-Laufband, mit dem man das Gewicht reduzieren kann – doch vereinsintern wird damit gerechnet, dass Süle schon bald wieder in ein vollumfängliches Lauftraining einsteigen kann.
Dass Süle voll im Reha-Plan liegt, es bisher keinerlei Rückschläge gab und er augenscheinlich auch ein paar Kilo abgenommen hat, liegt auch an seinem Ernährungsplan, den er zusammen mit der sportmedizinischen Abteilung ausgearbeitet hat und an den er sich strikt hält. Darum stimmt bei Süle trotz mehrwöchiger Bewegungseinschränkung auch das Gewicht. Seine größte Motivation ist aber nach wie vor, pünktlich zur anstehenden Europameisterschaft im Sommer topfit zu sein. Im Verein gibt es zwar vereinzelt Stimmen, die nicht an dieses Vorhaben glauben, aber das zählt für Süle nicht. Er gibt alles für seinen Traum. bok