München – „Und bei den Zielen nicht zu bescheiden bleiben!“ Der gut gemeinte Rat von Meisterlöwe Peter Grosser hat bei Michael Köllner nur bedingt Heiterkeit ausgelöst. Einerseits verstehe er die Ansprüche der Altvorderen, meinte der 1860-Trainer in der donnerstäglichen Presserunde, andererseits „kann dir das auch das Genick brechen“. Das ewige Lied bei ehemals erfolgreichen Traditionsclubs wie 1860. Köllner kennt’s aus seiner Zeit in Nürnberg nur allzu gut.
Die Gegenwart in Giesing heißt 3. Liga. Heimspiel gegen den robusten und spielstarken Aufsteiger Waldhof Mannheim (Samstag, 14 Uhr). „Ein hartes Match“, sagt Köllner, aber keines von entscheidendem Charakter. „Wir haben noch so viele Spieltage vor uns, es geht bis zum Schluss.“ Druck? Den will sich der Coach wenn überhaupt nur selbst machen.
Personell gibt’s keinen Grund zur Klage. Bis auf den gelbgesperrten Phillipp Steinhart und die Dauerpatienten Semi Belkahia und Benjamin Kindsvater steht Köllner der komplette Kader zur Verfügung, auch Defensiv-Stratege Tim Rieder sei nach seiner Knieblessur wieder ein Thema – zumindest als Einwechselspieler. Die Mannheimer Auswärtsstärke (ligaübergreifend seit Februar 2018 ungeschlagen) nötigt dem Löwen-Trainer einiges an Respekt ab. Aber: „Jede Serie wird irgendwann enden. Und ich hoffe natürlich, dass sie am Samstag im Grünwalder zu Ende geht.“
Ins Lernmaterial der Woche hat Köllner auch das 0:4 aus dem Hinspiel aufgenommen, in dem die Sechziger am Ende zwar mehr Ballbesitz verbuchten, zuvor aber naiverweise in drei verhängnisvolle Konter gelaufen waren. Eklatantes Fehlverhalten, das es am Samstag zu vermeiden gilt, wollen die Löwen das „Fußballfest“ feiern, das Köllner vorschwebt.
Sein Appell an die Fans, Stichwort Risikospiel: „Mit Hirn an die Sache rangehen. Alles, was vom Sport ablenkt, ist schlecht.“