STRAFENKATALOG

Abschreckung im Rugby

von Redaktion

Einige längere Sperren, die im Fußball für unsportliches Verhalten ausgesprochen wurden:

Levan Kobiashvili: In der Abstiegsrelegation mit Hertha BSC 2012 in Düsseldorf schlug er im Kabinengang den Schiedsrichter – siebeneinhalb Monate Sperre.

Eric Cantona: Der Kultspieler von Manchester United wurde wegen eines Kung-Fu-Tritts gegen einen Fan 1995 für ein halbes Jahr gesperrt.

Luis Suarez, der berüchtigte Uruguayer, biss bei der WM 2014 den Italiener Chiellini in die Schulter – wofür er für acht Spiele aus dem Verkehr gezogen wurde. Er war Wiederholungstäter. Als er für Liverpool spielte, leistete er sich eine erste Bissattacke und musste für zehn Partien raus.

Diego Costa (Atletico Madrid) sammelte acht Spiele Sperre (vier fürs Beschimpfen des Schiedsrichters plus vier dafür, dass er ihn auch körperlich angriff).

David Abraham (Frankfurt) rannte Freiburgs Trainer Streich über den Haufen – sieben Wochen.

Paolo Guerrero warf 2010, als er für den Hamburger SV kickte, eine Wasserflasche auf einen Fan – fünf Spiele.

Klingt in einigen Fällen hart – ist es aber nicht, wenn man in den Strafenkatalog von World Rugby blickt.

Beispiel Beißen: Suarez hätte es mindestens für 12 Wochen getroffen – bei ihm wäre jedoch auch das Maximum an Strafe möglich gewesen: 208 Wochen. Geahndet werden sogar klassische Fouls wie „Fahrlässiger Kontakt mit den Augen 6 bis 208 Wochen“, „Schlagen mit der Hand oder dem Arm 2 bis 52 Wochen“, „Schlagen mit dem Kopf 6 bis 104 Wochen“, „Beinstellen 2 bis 52 Wochen“. Wer einen Gegenspieler tackelt, der nicht im Ballbesitz ist, muss mit zwei bis 52 Wochen Sperre rechnen.

„Anzweifeln der Autorität des Schiedsrichters“ wird mit zwei bis 52 Wochen Sperre geahndet, „Beiläufiger physischer Kontakt mit Schiedsrichtern“ ergibt sechs bis 52 Wochen, „Bedrohliche Handlungen oder Worte gegenüber dem Schiedsrichter“ kosten 12 bis 260 Wochen, „Physischer Angriff auf den Schiedsrichter“ wird mit mindestens 24 Wochen geahndet. Möglich ist auch die lebenslange Sperre. Rugby agiert nach dem Prinzip der Abschreckung.  gük

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