München – Helix pomatia, die Weinbergschnecke, erreiche „mit ihrer Kriechsohle immerhin eine Geschwindigkeit von drei Metern pro Stunde, also 0,003 km/h“, heißt es beim Wissenschaftsportal spektrum.de. Gemütlicher sei der Seestern (Asteroidea) unterwegs, 0,6 Meter pro Stunde. Erstaunlich flink für seine Größe hingegen das Pantoffeltierchen (Paramecium) – mit 0,01 km/h quasi der Raser unter den Kriechern.
Was das mit den Löwen zu tun hat? Drittliga-Zoologen wissen Bescheid. Strittig ist derzeit nur, ob der Aufstiegskampf noch Schneckentempo aufweist oder bereits zum Seesternrennen degeneriert ist. Pantoffeltierchen? Tragen Bayern-Trikots und rasen als nicht zum Aufstieg berechtigte Zweitvertretung eh außer Konkurrenz durch die Rückrunde.
Zu den Fakten: Wer vor Weihnachten behauptet hatte, die Zweitliga-Absteiger Duisburg und Ingolstadt seien der Konkurrenz das entscheidende Qualitätsquäntchen voraus, den werden die jüngsten Ergebnisse ins Grübeln gebracht haben. Der FCI verlor nach einem Dusel-2:1 gegen Lautern zuletzt zweimal in Folge, Duisburg gewann von seinen jüngsten fünf Partien nur eine – und verlor am Sonntag mit 0:1 in Zwickau. Dort, wo sich die Löwen vor zwei Wochen noch über zwei verschenkte Punkte geärgert hatten.
Das Erfreuliche aus Sicht der Sechziger (und ebenso der Unterhachinger): Die eigenen Remis-Serien sind angesichts der lahmenden Mitbewerber kein Beinbruch. Das Team von Trainer Claus Schromm liegt punktgleich mit Ingolstadt auf Platz drei, und Michael Köllners Elf hat vor den beiden Heimspielen gegen Magdeburg und Chemnitz nur noch sechs Zähler Rückstand auf Platz zwei. „Geil wär’s natürlich, mit Sechzig hochzugehen. Je schneller desto besser“, sagte Toptalent Noel Niemann zuletzt im Interview. Er will keine Schnecke sein.