München – Die Psychospielchen haben begonnen – und Jürgen Klopp mischt munter mit. Vor dem Start in die heiße Phase der Champions League erkor der Teammanager des Titelverteidigers und England-Dominators FC Liverpool kurzerhand Juventus Turin zum Titelanwärter.
„Juventus war schon vor der Saison mein Favorit“, sagte Klopp, der Achtelfinale der Königsklasse heute bei Atletico Madrid ran muss. Im Wanda Metropolitano, dem Ort des Finalsiegs von 2019, mit dem er natürlich eine „positive Emotion“ verbinde: „Aber wir sind nicht zum Pilgern dort und hatten genug Zeit, um alles zu verarbeiten“, sagte der 52-Jährige, der wieder vor Tatendrang strotzt.
Kampfansagen sind von Klopp nicht zu vernehmen, stattdessen pries er die Qualität von Italiens Tabellenführer. „Das ist der größte Kader, den ich in meinem Leben gesehen habe. Mit jeder Menge Spieler von großer Qualität“, sagte der frühere BVB-Coach: „Das ist verrückt.“
Den Ball nahm Juventus-Coach Maurizio Sarri sofort auf – und widersprach. Klopp gehöre zu den „schlauesten und lustigsten Leuten, die ich jemals kennengelernt habe“, sagte der 61-Jährige. Der deutsche Meistertrainer wolle durch seine Aussagen nur „die eigene Last abschütteln, selbst der Favorit auf die Titelverteidigung zu sein“.
Klar ist, dass Liverpool einer der ersten Anwärter ist. Die sensationelle Bilanz mit 25 Siegen und einem Unentschieden in der Premier League spricht für sich. Auch zu nennen ist Manchester City. Das Team von Pep Guardiola will die letzte Chance nutzen, bevor die zweijährige Sperre einsetzt. Der FC Barcelona und Real Madrid gehören wohl immer zum Favoritenkreis. Und Klopp wies auch auf Bayern Münchens Qualität hin.
Bundestrainer Joachim Löw sieht alle deutschen Clubs, also auch Dortmund gegen Paris und Leipzig gegen Tottenham in der Lage weiterzukommen. Die Ligaspitze macht derweil Druck. „Es muss unser Anspruch sein, dass in den Viertelfinals der Champions League und Europa League mehr als ein deutscher Klub regelmäßig auftaucht“, sagte DFL-Boss Christian Seifert. sid