München – Ihren 18. WM-Gürtel im Kickboxen, verteilt auf drei Gewichtsklassen, holte Marie Lang am Sonntagabend bei „Steko’s Fight Night“ im Münchner Showpalast. Die Münchnerin setzte sich gegen die wie sie ungeschlagene Serbin Ajla Lukac nach Punkten durch.
Für den ersten Höhepunkt des Abends im voll besetzten Showpalast sorgte der erst 18-jährige Oscar Plasene im K1-Kickboxen in der Klasse bis 64 Kilo. Der Münchner schickte den Italiener Marco Fasano bereits nach wenigen Sekunden auf die Bretter. Mit dem zweiten Niederschlag war der Kampf nach exakt 42 Sekunden beendet, und Plasene jubelte über seinen ersten Europameister-Titel.
Seinen zweiten Weltmeister-Gürtel durfte Pascal Schroth in Empfang nehmen. Der 26-jährige, der vor ein paar Monaten seinen Hauptwohnsitz vom thailändischen Phuket nach München verlegt hatte, bekam es im K1 in der Klasse bis 72 Kilo mit dem Griechen Giannis Boukis zu tun, der den WKU-Titel eine Gewichtsklasse tiefer hält. Nach ausgeglichener erster Runde schickte Schroth seinen Widersacher mit einem Leberhaken auf die Bretter, wenig später kam das endgültige Aus für den Griechen.
Der Sieger, der sich vor über einem Jahr beim Kickboxen einen Genickbruch zugezogen hatte und nur knapp der Querschnittslähmung entkommen war (am Wochenende berichtete „Der Spiegel“ über ihn in einer doppelseitigen Reportage), strahlte übers ganze Gesicht. Auf die Frage, ob es nicht riskant sei, nach so einer Verletzung wieder zu boxen, meinte Schroth: „Wenn es ein Risiko wäre, würde ich es als junger Familienvater nicht eingehen.“ Und der fügte an: „Ich bin stärker als je zuvor – und das war erst der Anfang.“
Nur drei Jahre älter als Schroth, aber ein Routinier, ist der Ingolstädter Dardan Morina. Er holte im K1 gegen den 35-jährigen Slowaken Vladimir Konsky seinen mittlerweile 22. WM-Gürtel. Er hatte es aber nicht leicht, denn der mit 125 Kämpfen unglaublich erfahrene Slowake spielte seine ganz Routine aus, und Morina fand kaum Zugriff. Am Ende war es ein knapper Punktsieg. „Es hat nicht alles geklappt, aber letztlich hat es gereicht“, resümierte Morina, der noch erzählte, dass er aufgrund eines leichten Bandscheibenvorfalls zuletzt unter Schmerzen trainiert hatte.
Etwas geschwächt nach einer Grippe war Marie Lang, die vor allem in der Endphase Probleme mit der deutlich kleineren, aber ausgebufften Ajla Lukac hatte. „In den ersten drei Runden habe ich mich vorne gesehen, nach hinten habe ich leider abgebaut“, erklärte sie. Zuletzt habe sie sich übrigens vegan ernährt. „Das lief gut, ich habe mich super gefühlt“, sagte die 33-Jährige, die dann noch grinsend anfügte: „Aber jetzt freue ich mich auf ein Rührei.“ WOLFGANG KRZIZOK