München – Die Besetzung der Ehrentribüne hat in der Regel wenig bis gar keinen Einfluss auf die Leistung eines Fußballers auf dem Platz. Ein Tribünengast am Sonntag im Kölner Rund dürfte speziell aus dem Blickwinkel von Thomas Müller doch nicht ganz so uninteressant gewesen sein.
Die Rede ist von Marcus Sorg, seines Zeichens Co-Trainer von Joachim Löw und damit auch Alliierter des Müller-Verbanners aus dem DFB. Und was Sorg (und damit auch Joachim Löw) so sah, spricht einmal mehr gegen besagten Bann. Der Grund: Müller glänzte. Diesmal nicht als Torschütze, so wie bereits neunmal in der laufenden Saison, sondern als Vorlagengeber. Nichts Neues in einer Spielzeit, in der just der Nicht-mehr-Nationalspieler dank seiner beiden Assists in Köln nun sogar einen Rekord aufgestellt hat.
14 Treffer hat Thomas Müller in 22 Ligapartien schon direkt vorbereitet, einen derartigen Wert hat es seit Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Spielzeit 04/05 noch niemals gegeben. Wettbewerbsübergreifend fungierte er sogar 17-mal als Vorlagengeber, kommt dadurch auf 26 Scorerpunkte.
Werte, die auch seinen Mitspielern nicht verborgen geblieben sind. „Thomas hat immer ein Auge für den Mitspieler, das ist bekannt. Und er kann die Spieler in gute Positionen bringen. Er hat den richtigen Riecher und weiß, wie er sich entscheiden muss“, meinte Manuel Neuer nach Schlusspfiff in Köln. Großen Anteil an den Müllerschen Festwochen hat auch Trainer Hansi Flick.
Dafür stehen 15 Torbeteiligungen in den vergangenen zwölf Ligapartien – genau jene zwölf Spiele mit Flick als Cheftrainer. Müller selbst nahm es wie gewohnt entspannt. „Ich versuche, in unserem funktionierenden System ein Rädchen zu sein“, sagte der 30-Jährige nach Abpfiff der Partie in der Interviewzone des Kölner Stadions. „Dass ich ein Auge für den Nebenmann habe, ist ja bekannt. Ich hätte aber auch gerne selbst getroffen.“
Zweimal kam der Weltmeister von 2014 vor dem Kölner-Keeper Timo Horn in aussichtsreicher Position zum Abschluss, scheiterte jedoch. Angesichts seiner aktuellen Zahlen dürfte ihn das jedoch nur am Rande stören. Fakt ist: Mit den 14 Liga-Assists hat Müller sogar seinen eigenen Bestwert eingestellt. In der Saison 17/18 legte Müller in 29 Ligapartien 13 Tore auf.
Am Sonntag in der Domstadt hätten es sogar noch mehr sein können, schließlich legte der Ur-Bayer insgesamt sieben Torschüsse seines Teams auf. Der beste Müller aller Zeiten? Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Ob das Löw auch so sieht, ist wiederum eine andere Geschichte. lop