Gefragt für 90 Minuten

von Redaktion

Ohne Pavard und Boateng kommen Odriozola und wohl auch Hernandez zu ihren Debüts 2020

München – „Alvaro oder Odriozola?“ Hansi Flick musste lachen, denn der Trainer des FC Bayern hatte gestern wirklich für einen kurzen Moment geglaubt, ein Journalist habe ihn reinlegen wollen. Die Fragestellung, ob entweder Alvaro oder aber Odriozola an diesem Freitag im Spiel gegen Paderborn aufgrund der Personal-Knappheit in der Bayern-Abwehr zu seinem Pflichtspieldebüt kommen werde, wäre durchaus clever gewesen. Dabei hatte Flicks Gegenüber lediglich den Nachnamen „Odriozola“ so ausgesprochen, dass man tatsächlich „oder“ hatte verstehen können. So oder so: Flick verriet, dass beide – also Alvaro und Odriozola – im 250. Pflichtspiel des Vereins in der Allianz Arena in der Startelf stehen werden. In einer Person, wohlgemerkt.

Alvaro Odriozola, das ist eben auch ein Name, den man in Bayern-Kreisen noch nicht allzu oft aussprechen musste. Denn der kurze Hype um den jungen Mann, der für rund 3,5 Millionen Euro von Real Madrid ausgeliehen wurde, ebbte nach der offiziellen Vorstellung relativ schnell wieder ab. Seine bisherige Bilanz beim FC Bayern: Sieben Minuten Einsatzzeit im DFB-Pokal gegen Hoffenheim. Wann immer in der Abwehr Not am Mann war, reagierte Flick so, dass Odriozola auf der Bank blieb. Der 24-Jährige wirkt beim Weg aus dem Stadion in der Mixed Zone bisher wie das gut gelaunte Maskottchen. Immer freundlich, aber schnell wieder weg.

Heute Abend wird das also anders sein, denn weil nach der jeweils fünften Gelben Karte in Köln sowohl Jerome Boateng als auch Benjamin Pavard gesperrt fehlen, soll Odriozola auf der rechten Seite verteidigen. „Das ist seine Position, und er hat sie heute sehr, sehr gut ausgeführt“, sagte Flick nach den jüngsten Trainingseindrücken. Eingespielt ist die Reihe, in der auch Lucas Hernandez zu seinem Debüt in 2020 kommen dürfte, natürlich nicht. Zudem bietet sie in David Alaba und Alphonso Davies neben Hernandez noch zwei weitere Linksfüße auf.

Es wird in erster Linie darum gehen, einen Sieg gegen Paderborn einzufahren und zu verteidigen. Zwar gab Flick an, „genau hinzuschauen, wie der einzelne Spieler unsere Vorgaben umsetzt“, denn „man kann in jedem Spiel, in jedem Training auf sich aufmerksam machen“. Man darf aber trotzdem davon ausgehen, dass Odriozola beim Gastspiel in London wieder auf der Bank sitzen wird. Die „Pluspunkte“, die die Neuen gegen Paderborn sammeln können, werden nicht groß genug sein.

Vorstellbar ist lediglich, dass Hernandez in der Startelf bleibt und Boateng ab sofort zweite Wahl ist. Das hängt aber vor allem davon ab, wie der Franzose die Belastung nach fast dreimonatiger Verletzungspause wegsteckt. In den 45 Minuten von Köln wirkte er noch unsicher. Das haben Alvaro und Odriozola von der Bank aus auch beobachtet.  hlr

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