Auf Lewandowski ist Verlass

von Redaktion

Bayern mühen sich zu spätem 3:2-Sieg gegen Aufsteiger Paderborn

VON DANIEL MÜKSCH

München – Robert Lewandowski hat einen behäbigen FC Bayern vor dem Champions-League-Hit beim FC Chelsea vor einer Nachlässigkeit im Titelkampf der Bundesliga bewahrt. Der Torjäger erzielte im Heimspiel gegen Aufsteiger SC Paderborn mit seinem 25. Saisontreffer das Siegtor zum glücklichen 3:2 (2:2) – in der 88. Minute.

Beim FC Bayern würde es nie jemand zugeben, aber gegen SC Paderborn drehte Trainer Hansi Flick kräftig an der Rotationsschraube und schickte eine Elf auf das Feld, die niemals zusammen gespielt hätte, wäre Dortmund oder der FC Chelsea gestern nach München gereist.

So bekamen der zuletzt verschmähte Coutinho, die königliche Winterleihgabe Alvaro Odriozola und Krisen-Weltmeister Corentin Tolisso gegen das Schlusslicht ihre Chance. Flicks Musterschüler Thomas Müller erhielt dagegen eine kostenlose Reise zurück in die Niko-Kovac-Ära geschenkt – und blieb zunächst draußen.

Zunächst war es jedoch nur Coutinho vorbehalten, auf sich aufmerksam zu machen. Seine Mitspieler verweigerten sich der Spielfreude der Nummer 10 – bis zur 26. Minute. Da bekam Nationalspieler Serge Gnabry ebenfalls Lust auf diesen Freitagsabend-Kick und behielt nach Pass von Robert Lewandowski die Übersicht und schob aus elf Metern trocken mit einem Linksschuss ein. Danach beschränkte sich der Rekordmeister auf das Verwalten der Führung und Paderborn war nicht in der Lage auch nur im Ansatz, Manuel Neuer in Gefahr zu bringen.

Der eine will nicht, der andere kann nicht. Unter diesem Motto verlief der Rest der ersten Halbzeit. Und als die meisten Zuschauer schon auf dem Weg zur Toilette oder zur Pausenwurst waren, der Schock: „Libero“ Manuel Neuer versucht einen langen Ball – wie schon so oft – weit vor seinem Tor abzulaufen. Allerdings unterschätzt er dieses Mal die Geschwindigkeit von Paderborns Dennis Srbeny, der geschickt mit seinem Körper zwischen Bayern-Keeper und Ball kommt und nach einem kurzen Dribbling nur noch aus zwei Metern einkullern muss.

Die identischen elf Bayern-Spielern bekamen nach der Pause die Chance, den Neuerschen Schönheitsfleck zu beseitigen. Doch es dauerte bis zur 63. Minute bis wieder etwas Erwähnenswertes passierte: Dann kamen Müller und Coman in die Partie. Die ausgewechselten Coutinho und Odriozola konnten sich nicht für mehr Startelfeinsätze empfehlen. Und gleich wurde es vor dem Gästetor brenzlig. Der starke Sportclub-Schlusmann Zingerle konnte eine Volleyabnahme von Coman am Fünfereck gerade noch abwehren, in den nächsten Minuten setzte sich der FC Bayern aber in der Paderborner Hälfte fest. In vielen Aktionen fehlte jedoch weiter die letzte Präzision.

Richten mussten es zunächst die beiden München Top-Angreifer. Gnabry setzte sich in der 70. Minute bis zur Außenlinie durch und legte zurück auf Lewandowski, der problemlos zum 2:1 verwandelte. Sicherheit brachte die Führung jedoch nicht – im Gegenteil. Als die Bayern zu weit aufgerückt waren, kam Paderborn hinter die Abwehr und Sven Michel konnten einen Abpraller zum 2:2 in der 75. Minute nutzen.

Die Sensation lag er in der Luft und die Ostwestfalen schienen auch langsam daran zu glauben. Aber zwei Spieler hatten mal wieder etwas dagegen und wiederholten ihr Kunststück. Gnabry setzte sich auf der linken Seite durch und fand in der Mitte wieder den mitgelaufenen Lewandowski. Doch noch ein Sieg, doch noch eine gelungene Generalprobe vor der K.o.-Phase der Champions League. Dort gastieren die Bayern am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) gastieren im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Chelsea.

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