Neuers Bock bleibt ohne Folgen

von Redaktion

EINZELKRITIK Gnabry bestätigt Gala-Form, Real-Leihgabe Odriozola dagegen noch ohne Glanz

VON JONAS AUSTERMANN

München – Es war ein Abend, den sich die Bayern ganz anders vorgestellt hatten. Kräfte schonen vor der Champions League war nicht, im Gegenteil. Durch den Zittersieg gegen Aufsteiger Paderbornkönnte auch das Selbstbewusstsein der Münchner leichten Schaden genommen haben. Unsere Einzelkritik.

Manuel Neuer: Der Münchner Kapitän leistete sich gegen Srbeny beim Herauslaufen einen Riesen-Bock, verschuldete das 1:1 damit (44.). Sonst war der Nationalkeeper aber immer hellwach, rettete unter anderem gegen Mamba klasse. Beim 2:2 im Pech, als seine Parade bei Gegenspieler Michel landete. Note: 4

Alvaro Odriozola: Startelf-Debüt für die Real-Leihgabe. Begann auf dem rechten Flügel mit Offensivdrang, servierte stark für Lewandowski (8.). Anschließend baute er aber stark ab und wirkte immer mutloser, zudem fanden seine Flanken selten einen Mitspieler. Flick erlöste ihn nach einer guten Stunde. Note: 4

(ab 63. Kingsley Coman: o.B.)

Joshua Kimmich: Der unter Flick eigentlich im Mittelfeld gesetzte Nationalspieler lief überraschend als halbrechter Verteidiger einer Dreierkette auf. Im Spielaufbau gewohnt sicher, schob einige Male über seine Seite an. Hinten entwischte ihm aber der eine oder andere schnelle Paderborner. So auch vor dem 2:2, als Jastrzembski ihm davon lief. Note: 3

David Alaba: Er gab den Chef der neu formierten Defensive – und das sehr solide. Im Passspiel war der Österreicher aber nicht so wirkungsvoll, weil er klug zugestellt wurde. Unnötig zudem: Vor dem 1:1 ging er etwas zu schnell zur Grätsche runter, machte Srbeny damit den Weg frei (44.). Note: 3

Lucas Hernandez: Der Franzose offenbarte bei der Ballannahme und im Passspiel, dass ihm die Spielpraxis noch etwas abgeht. Im direkten Zweikampf – am Boden oder in der Luft – zeigte Hernandez aber seine Stärken. Auch er hatte merklich mit den schnellen und mutigen Offensivspielern der Westfalen zu kämpfen. Note: 4

Alphonso Davies: Der Senkrechtstarter agierte etwas offensiver als üblich, gefiel aber auch in der neuen taktischen Formation. Davies lief in Minute 20 einen gefährlichen Paderborner Konter ab, eroberte den Ball vor dem 1:0 im Duett mit Lewandowski zurück. Baute in der zweiten Hälfte allerdings ab. Note: 3

Corentin Tolisso: Ordentliche Vorstellung des Franzosen! Tolisso legte Gnabrys Führungstreffer vor (25.), zeigte sich bissig im Zweikampf. Hatte Pech, als eine Flanke von ihm abgefälscht wurde und an die Latte klatschte (45.). Sonst oft hellwach, dazu ein gutes Passspiel. Note: 3

(ab 87. Joshua Zirkzee o.B.)

Thiago: Weil Kimmich in der Dreierkette gefordert war, gab Thiago dieses Mal den Chef-Dirigenten im Mittelfeld. So stark wie in den letzten Wochen spielte der Spanier nicht, aber trotzdem solide. Paderborn verstand es gut, Thiago aus der Partie zu nehmen. Aus dieser Umklammerung konnte er sich nur selten lösen. Note: 3

Serge Gnabry: Nach Doppelpack in Köln traf der Nationalspieler auch am Freitag – und hat damit schon jetzt die erfolgreichste Bundesligasaison seiner Karriere sicher: zehn Tore, dazu acht Vorlagen. Gnabry legte auch noch das 2:1 von Lewandowski klasse vor (70.). Note: 1

Robert Lewandowski: Vergebene Großchancen und ein überragender gegnerischer Keeper? Bringen Bayerns Lebensversicherung keineswegs zur Verzweiflung. Nach mehreren ausgelassenen Gelegenheiten traf Lewy zum 2:1 (70.) und später noch zum erlösenden 3:2-Sieg. Note: 1

Philippe Coutinho: Der Brasilianer nutzte seine Bewährungschance mal so gar nicht. Außer einer Flanke auf Lewandowski (28.) war Coutinho kaum beteiligt, leistete sich viele kleine Unsauberkeiten. Note: 4

(ab 63. Thomas Müller: o.B.)

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