Niederlage am Tag der Comebacks

von Redaktion

EHC München verliert in der Verlängerung 2:3 gegen Ingolstadt – Fans positionieren sich

VON GÜNTER KLEIN

München – Um Platz eins in der Deutschen Eishockey-Liga muss der EHC München angesichts seines stattlichen Punktevorsprungs nicht mehr sorgen – doch es könnte ja sein, dass man in den Playoffs einen unangenehmen Gegner erwischt. Jemanden wie den ERC Ingolstadt, der einen gut besetzten Kader und klare Vorstellungen hat, wie er spielen will. In Ingolstadt haben die Münchner diese Saison schon mal verloren, und auch im Heimspiel am Freitagabend erwischte es sie: In der 58. Minute kassierte der EHC den 2:2-Ausgleich, musste in die Verlängerung – und in der wurde er vom Ingolstädter Mirko Höfflin vorgeführt. Mit einem Solo erzielte er den Treffer, der die 2:3-Niederlage des EHC München besiegelte.

Der Treffer war noch spektakulärer als der des Münchners Trevor Parkes zum 2:1 (32.). Mit einer Hand führte er den Schläger, mit der anderen schob er die Gegner weg – vor 40 Jahren schoss so der große Erich Kühnhackl seine Tore. Im modernen Eishockey ist derartige Dominanz wie vom prägnantesten deutschen Stürmer des vorigen Jahrhunderts fast nicht mehr zu sehen.

Die Reihe mit Parkes, Mark Voakes und Chris Bourque, der rotzig zum 1:1 traf (27.), war wieder die beste beim EHC München, der sich gegen den oberbayerischen Rivalen das 0:1 eingefangen hatte. Konter – die Ingolstädter Spezialität. Brett Olsen erwischte die Münchner Defensive 12,7 Sekunden vor Schluss des ersten Drittels.

Es war ein Abend, der unter dem Motto Comeback stand.

Wieder dabei: Danny Aus den Birken. Der Torhüter hatte seit dem 15. November kaum noch gespielt, von den 28 Matches seitdem konnte er nur zwei im Januar bestreiten. Nun stand der Nummer-eins-Goalie nach ausgestandener Knieverletzung wieder auf seinem Platz – und als er in der 39. Minute gegen Ingolstadts Maury Edwards eine prächtige Parade hinlegte, waren auch die Sprechchöre zu vernehmen. Ultimativ sicher wirkte er noch nicht.

Wieder dabei: Patrick Hager. Er hatte seit dem 10. Januar gefehlt. Zehn Spiele verpasst. „Es macht Spaß, wieder auf dem Eis zu stehen“, sagte er. „Aber die Beine werden schneller schwer.“

Wieder dabei: Derek Roy. Den Kanadier hatte das EHC-Publikum zuletzt im September gesehen, seine Verletzungspause zog sich vom 5. bis zum 46. Spieltag hin. Der Spielmacher bekam aber gleich wieder eine angemessene Rolle zugewiesen. Trainer Don Jackson setzte ihn sofort im Überzahlspiel ein

Am Freitagabend ging es nicht nur um die Tagesaktualität. Yannic Seidenberg wurde vor seinem 1001. DEL-Spiel noch für sein 1000. geehrt, das am Dienstag in Mannheim stattgefunden hatte. Dann wurde es ernst: Schweigen für die Terroropfer von Hanau. Die Derby-Hassgesänge verstummten, in der EHC-Kurve wurde ein Transparent hochgezogen („Zusammen gegen Rassismus“), und man hörte, wie auch in anderen deutschen Eisstadien, „Nazis raus“-Rufe,

Artikel 1 von 11