Chelseas Aggressivität – Bayerns Chance

von Redaktion

Was taktisch vom ersten Achtelfinal-Duell zu erwarten ist: Schlüsselrolle für schnellen Davies

München/London – Der Chef höchstpersönlich betrieb 90 Minuten Gegner-Analyse: Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sah sich am Samstag das Spiel zwischen Chelsea und Tottenham an. Seine Erkenntnisse aus diesem Video-Studium über den Achtelfinal-Gegner von der Stamford Bridge klangen so: „Wir wissen, was uns da erwartet. Die Engländer sind bekannt dafür, dass sie hoch pressen. Sie werden uns von der ersten Minute unter Druck setzen wollen, darauf ist der Trainer vorbereitet. Hansi Flick hat bisher immer die richtige Taktik gefunden.“

Ausgenommen vielleicht das Experiment mit Dreierkette vom vergangenen Freitag gegen den SC Paderborn. Auf Taktik-Experimente wird Flick heute Abend aber ohnehin verzichten, zu wichtig ist das Abschneiden in der Champions League auch im Hinblick auf seine Zukunft.

Die Bayern rechnen laut Rummenigge also mit aggressiven Londonern. Das deckt sich mit der Einschätzung von Markus Brunnschneider, Spielanalyst am Internationalen Fußball Institut (IFI). „Durch starkes ballseitiges Verschieben versucht Chelsea, die Räume am Flügel eng zu machen und den Gegner so vor Probleme zu stellen.“ Der Taktik-Experte sieht genau in dieser Aggressivität die Chance für Bayern: „In diesen Momenten besteht für Bayern die Möglichkeit, sich aus den Pressingsituationen der Engländer mit Spielverlagerungen über den Sechser im Zentrum und den ballfernen Außenverteidiger zu lösen.“

Heißt: In dem Moment, in dem Chelsea die Münchner unter Druck setzt, kann ein schneller Seitenwechsel über das Zentrum für den nötigen Raumgewinn im Spiel der Bayern sorgen. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Münchner Außenverteidigern zu – allen voran dem pfeilschnellen Alphonso Davies. Brunnschneider: „Die Außenverteidiger positionieren sich unter Flick wieder vermehrt in den Halbspuren, weil die Außenstürmer – vorrangig Gnabry und Coman – häufig die Flügel besetzen. Aus der Halbspur können dann im Anschluss nach Anspiel des Außenstürmers immer wieder gefährliche Tiefenläufe mit viel Tempo, vor allem von Davies, gestartet werden, um in den Rücken der Abwehr zu kommen.“ Chelsea zeige immer wieder Probleme beim Verteidigen von aus der Tiefe einlaufenden Spielern – insbesondere in der Zuordnung.  bok

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