Mit Chefkoch und Astralkörper

von Redaktion

Gegen den FC Chelsea schlägt die Münchner Offensivabteilung in Halbzeit zwei gnadenlos zu

VON MANUEL BONKE

London – Die Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Neuer war mit zwei starken Paraden in den ersten 50 Minuten ein entscheidender Faktor, dass die Münchner nicht in Rückstand gerieten. Note: 2

Benjamin Pavard: Der Weltmeister hatte vor allem in der Vorwärtsbewegung große Hemmungen. Häufig lagen große Räume vor ihm, die er nicht nutzte. Daher war Vordermann Coman meist auf sich alleine gestellt. Defensiv mit ein paar Wacklern, inklusive einer ungestümen Grätsche ins Leere kurz vor der Halbzeit. Note: 4

Jerome Boateng: Boateng erhielt auch gestern wieder den Vorzug gegenüber Lucas Hernandez für die zweite Innenverteidiger-Position. Er konzentrierte sich aufs Wesentliche – wenn er einen Ball schlagen musste, schlug er ihn. Angenehm kompromisslos. Im „Luft-Kampf“ war Boateng allerdings auch von Chelseas Stürmer-Kante Giroud nicht zu bezwingen. Note: 3

David Alaba: Gewohnt abgeklärt und souverän präsentierte sich der Rückrunden-Abwehrchef. Zweikämpfe bestritt er resolut, im Spielaufbau strahlte er die nötige Ruhe aus. Wenn lange Bälle für Chelsea gefährlich wurden, dann waren es seine. Note: 3

Alphonso Davies: In der ersten Hälfte traute er sich noch nicht, regelmäßige Tempo-Dribblings nach vorne zu starten. In der zweiten Halbzeit marschierte er dann los – und bereitete so den dritten Treffer mustergültig vor. Die Tempo-Dribblings in der Rückwärtsbewegung waren einmal mehr vorbildlich. Note: 2

Joshua Kimmich: Keine zehn Sekunden waren gespielt, da kassierte Kimmich von Gegenspieler Giroud einen ordentlichen Schubser. Der Münchner zeigte sich in seiner weiteren Zweikampfführung davon aber unbeeindruckt. Allerdings bekam er sowohl Defensiv als auch Offensiv keinen Zugriff aufs Spiel. Note: 4

Thiago: Der Edeltechniker legte die nötige Konsequenz in Zweikämpfen an den Tag und war sich nicht zu schade, auch mal die Grätsche auszupacken. Durch feine Körpertäuschungen war er in der Lage, das Spiel auch unter Druck aufzudrehen. So leitete er auch die 1:0-Führung ein. Note: 2

Kingsley Coman: Unglücklicher Auftritt des Franzosen: Ihm sprang der Ball bei der Annahme zu weit weg, im Torabschluss wirkte Coman zu überhastet – oder übersah den besser postierten Gegenspieler. Note: 4 (ab 66. Minute Philippe Coutinho: o.B.)

Thomas Müller: Umtriebig zeigte sich Müller an der Stamforde Bridge. Der Bayer war permanenter Unruheherd am gegnerischen Strafraum. Beinahe hätte Müller mit einem gewohnt unorthodoxen Hinterkopfball für die Führung gesorgt, doch er traf nur die Latte. Note: 3

Serge Gnabry: Der selbst ernannte Münchner Chefkoch kam mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie – und machte seinem Ruf als England-Schreck alle Ehre. Er traf nicht nur doppelt, leitete seine beiden Tore auch selbst ein. Note: 1

Robert Lewandowski: Ungewohnte Rolle: Er glänzte zuerst als Vorbereiter, ehe er den Treffer zur 3:0-Führung erzielte. Gegen die robusten Londoner profitierte er im Zweikampf häufig von seinem Astralkörper. Note: 1

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