bald bei uns?

von Redaktion

München – Im deutschen (Profi-)Eishockey war bei den Spielen des Wochenendes alles wie immer. Fast zumindest. Verzichtet wurde auf ein Ritual: den freundschaftlichen Handschlag aller Spieler nach der Partie. Vorsichtsmaßnahme wegen des Corona-Virus – aber wohl vor allem ein Symbol, dass man sich mit dem Thema überhaupt auseinandersetzt. Die Arenen jedenfalls waren gut besucht. In Köln kamen sogar 14 841 Zuschauer – trotz sportlicher Aussichtslosigkeit.

Ganz andere Bilder und Töne aus der Schweiz. Gespielt wurde dort, um weitere Infektionen zu verhindern, in leeren Hallen. Eine durch und durch traurige Sache. „Es erinnerte mich an ein Seniorenspiel um zehn Uhr abends irgendwo in einer Eishalle“, zitiert der „Blick“ den Rapperswiler Torhüter Melvin Nyffeler. Klar: Eishockey lebt von der Interaktion zwischen Spielfläche und Rängen, es ist ein Stimmungssport. Der Bieler Verteidiger Samuel Kreis kritisiert das Veranstaltungsverbot durch die Behörden: „Gesundheit geht vor. Aber es geht für mich nicht auf, wenn in der Bundesliga 80 000 Zuschauer in Dortmund im Stadion sind und man bei uns im Nachbarland solche Maßnahmen trifft.“

Nun versucht die Schweiz, Zeit zu gewinnen. Bis 15. März wird der Spielbetrieb in den beiden Profiligen komplett unterbrochen. Die Hoffnung: Bis zu den Playoffs sollen wieder Fans zugelassen werden. Falls die Zeit knapp wird, ist an eine Verkürzung der Playoff-Runden (von sieben auf fünf oder drei Spiele) gedacht.

Das alles könnte auch das deutsche Eishockey treffen. Geisterspiele wären für manche Clubs eine existenzielle Bedrohung. Zuschauereinnahmen decken bis zu 50 Prozent des Etats.  gük

Artikel 1 von 11