Koch vor Einzug in UEFA-Exekutive

von Redaktion

BFV-Präsident aus Poing sieht für Deutschland eine „treibende Rolle“ vor

Amsterdam – Ziemlich genau ein Jahr nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel rückt DFB-Vizepräsident Rainer Koch ins UEFA-Exekutivkomitee. Der 61 Jahre alte Jurist aus Poing ist einziger Kandidat bei der Wahl durch den Kongress der Europäischen Fußball-Union an diesem Dienstag in Amsterdam. Seine Wahl gilt daher als sicher. Der Präsident des Bayerischen und Süddeutschen Fußball-Verbandes wird somit zum wichtigsten internationalen Repräsentanten unter den deutschen Fußball-Funktionären.

„Wir als DFB und auch ich ganz persönlich haben bereits einen sehr engen Austausch mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin“, sagte Koch in einem Interview des Deutschen Fußball-Bundes. „Mit Blick auf die Europameisterschaft 2024 kann und soll Deutschland eine treibende Rolle einnehmen.“

Schon im kommenden Jahr muss sich Koch beim Kontinentalverband dann erneut zur Wahl stellen. Heute wird nur über die Restlaufzeit des UEFA-Mandats von Grindel bis Mitte nächsten Jahres abgestimmt. Seit dem Rücktritt des ehemaligen Präsidenten im April 2019 war der DFB von den Entscheidungen in den wichtigen Gremien der UEFA und des Weltverbandes FIFA ausgeschlossen.

Grindels Sitz im FIFA-Council übernahm Noël Le Graët. Eine Kampfkandidatur gegen den Franzosen um vier weitere Jahre in dem Gremium des Weltverbandes lehnte Koch ab. „Den DFB und den französischen Verband verbindet ein exzellentes Verhältnis“, sagte er: „Daher war für uns schnell klar, dass ich meine geplante Kandidatur für den FIFA-Rat zurückziehe.“

Mit dem UEFA-Mandat für Koch bricht der DFB mit der Tradition, dass die internationalen Ämter dem nationalen Verbandschef vorbehalten sind. DFB-Präsident Fritz Keller, bis September beim SC Freiburg, sagte: „Dr. Rainer Koch ist dank seiner langjährigen Erfahrung und seines großen Netzwerks der ideale Kandidat, um die Interessen des deutschen Fußballs in den internationalen Gremien zu vertreten.“  dpa

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