Die befürchteten Eskalationen blieben aus. Nach den Drohungen aus der Ultra-Szene, weiter nicht vor Spielabbrüchen zurückzuschrecken, hat sich die Liga am Fußball-Wochenende ein wenig entspannt. Zwar gab es immer noch Ausfälle, wie zum Beispiel in der 3. Liga beim Spiel zwischen Carl Zeiss und dem TSV 1860. Aber vor allem in der Bundesliga zeigten die Ultras, dass sie durchaus in der Lage sind, auch oberhalb der Gürtellinie ihren Protest zu formulieren. Hauptsächlich wurden wieder der DFB und Hoffenheim Mäzen Dietmar Hopp verurteilt. In Mönchengladbach zeigten BVB-Fans Plakate mit den Gesichtern von DFB-Vize Rainer Koch, Hopp-Anwalt Christoph Schickhardt, Dietmar Hopp, FC Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und DFB-Boss Fritz Keller (v.l.), jeweils mit roten Clownsnasen. Darunter war ein Banner mit der Aufschrift „Die hässlichen Fratzen des Fußballs“ zu sehen. Keller musste als Zuschauer bei der Partie des SC Freiburg gegen Union Berlin ein gegen den Verband gerichtetes Banner mit dem Wortlaut „Eure Dialoge mehr Schein als Sein“ lesen. Der Konflikt mit den Fans war am vergangenen Spieltag eskaliert. Die DFB-Spitze und viele Club-Funktionäre hatten das Verhalten der Anhänger scharf verurteilt. Auch eine Sondersitzung der AG Fankulturen mit Vertretern von DFB und Deutscher Fußball Liga (DFL) brachte kaum Beruhigung. Der Zusammenschluss „Fanszenen in Deutschland“ hatte weitere Proteste angekündigte, im schlimmsten Fall sogar Provokationen bis hin zum ersten Spielabbruch. So weit ist es zum Glück aber (vorerst) nicht gekommen. imago