Klare Kante – auf allen Ebenen

von Redaktion

Spieler, Sponsoren, Fans: Spiel gegen Augsburg ist Bayerns Zeichen gegen Rassismus

München – Als das Stadion in rot und weiß und blau erleuchtete, auf der Gegentribüne das Gründungswappen und in den Kurven das aktuelle Bayern-Logo sowie das von 1966 bis 1970 zu sehen war, marschierten die Spieler auf den Rasen. Sie sahen nicht aus wie immer, das Retro-Trikot sollte diesem ersten Heimspiel nach dem 120. Geburtstag des Clubs einen historischen Touch geben. Noch etwas wichtiger als die Feierlichkeiten aber war die Botschaft, die verbreitet wurde. „Der Jubilar“, sagte Stadionsprecher Stephan Lehmann, „darf ja einen Wunsch äußern“. Dieser lautet: „Sagen wir gemeinsam Nein!“

Das gesamte Spiel gegen den FC Augsburg stand unter dem Motto Rot gegen Rassismus. Die T-Shirts, die zum Auftakt der Aktion im Vereinsmagazin „51“ bereits Präsident Herbert Hainer, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und auch Uli Hoeneß getragen hatten, wurden nicht nur für 15 Euro in der Allianz Arena verkauft, sondern waren auch überall zu sehen.

Die Spieler hatten vor dem Anpfiff hinter dem Schriftzug posiert, das Motto Toleranz, Respekt, Vielfalt, Fairplay sowie der Slogan „Wir lieben Fußball“ waren aber während der Partie präsent. Ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie, Hass, Hetze, Beleidigungen und Gewalt in jeglicher Art wollten auch die Sponsoren setzen, die teilweise auf Werbeplatzierungen über die LED-Banden verzichteten. Ziel des FC Bayerns ist laut Mitteilung: „Klarstellen, worum sich alles drehen sollte – in der Fußballwelt und darüber hinaus.“

Wofür der FC Bayern steht, hat er gestern unmissverständlich klargemacht. Auf dem Rasen wie auf der Tribüne – wo die Ultras aber dennoch das eine oder andere Banner angefertigt hatten.

Diesmal richtete sich die Wut der Münchner Fanszene nicht nur gegen DFB und DFL, sondern auch gegen die eigene Vereinsführung. „‚Das ganz hässliche Gesicht des FC Bayern’ zeigen die, die Blutgeld von Katar & Co. nehmen“, war Rot auf Weiß in der Südkurve zu lesen. hlr, bok

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