Künstler und Arbeiter: BVB glaubt an den Titel

von Redaktion

In Dortmund traut man sich wieder zu, den FC Bayern hinter sich zu lassen

Dortmund – BVB-Boss Hans-Joachim Watzke eilte nach dem erfolgreichen Start in die Woche der Wahrheit als erster Gratulant in die Kabine, aus den Boxen dröhnte Musik: Die gut gelaunten Profis und der erleichterte Trainer Lucien Favre schworen sich bei gelöster Stimmung auf die weitere Aufholjagd in der Liga und den Champions-League-Kracher bei Paris St. Germain ein. Als neuer Bayern-Jäger Nummer eins ist bei Borussia Dortmund der Glaube an den Meistertitel und den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale groß.

„In Paris können wir auch gerne 6:7 verlieren, wenn wir dann weiterkommen. Wir müssen weiterkommen und wollen unsere beiden Spiele gewinnen, um dann im Heimspiel im April anzugreifen“, blickte Abwehrchef Mats Hummels nach dem hart erkämpften 2:1 (1:0)-Erfolg im Verfolgerduell bei Borussia Mönchengladbach auf die kniffligen Aufgaben bis zum Ligagipfel am 4. April gegen Serienmeister Bayern München voraus: „Man muss es nicht ganz oft sagen, aber Bayern spielt gerade einen sehr starken Fußball. Da müssen wir bis dahin alle Punkte holen und dann auf dem absoluten Maximum sein.“

Spielerisch ist der BVB vor dem Achtelfinal-Rückspiel bei PSG am Mittwoch dem Revierderby gegen Schalke 04 und der Partie beim VfL Wolfsburg noch nicht auf dem Maximum, doch dafür hat sich die Mannschaft dank der Winterzugänge Erling Haaland und Emre Can in einem anderen Bereich mächtig weiterentwickelt. „Es tut uns sehr gut, von dieser Sorte noch zwei bekommen zu haben. Jetzt haben wir die richtige Balance aus Künstlern und Arbeitern oder Leuten, die beides können“, sagte Hummels bei Sky.

Im Borussia-Park waren nach dem Führungstor des Ex-Gladbachers Thorgan Hazard (8.) zunächst die Arbeiter gefragt. Gegen stürmische Fohlen war die BVB-Defensive gefordert. Nach dem Ausgleich durch Lars Stindl (50.) schalteten die Dortmunder wieder auf Offensive um und zeigten nach der Einwechslung von Jadon Sancho (Erkältung) ihre spielerischen Fähigkeiten.

„Nach dem 1:1 sind wir so richtig aus dem Sattel gekommen. Da hat man gemerkt, dass die Mannschaft unbedingt gewinnen will“, lobte Sportdirektor Michael Zorc nach dem Siegtreffer von Achraf Hakimi (71.): „Da haben wir noch einmal einen Gang zugelegt.“ Zudem präsentierten sich die Dortmunder in der hektischen Begegnung abgezockter. Vor dem entscheidenden Pass von Sancho auf Hakimi warteten die Gladbacher auf eine Unterbrechung durch den Schiedsrichter, weil Haaland und Ginter nach einem Zweikampf am Boden lagen.  sid

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