Lagos – Nach dem rundum gelungenen Rotations-Experiment durften sich auch die frechen Frischlinge im DFB-Frauen-Nationalteam wie bekannte Fußball-Stars fühlen. Aufgeregte portugiesische Nachwuchs-Kickerinnen ließen Lena Lattwein und Co. nicht ohne gemeinsame Erinnerungsfotos in die Kabine des Stadions von Lagos entkommen.
Auch die Bundestrainerin posierte geduldig, konnte sie doch nach dem 4:0 (2:0) ihrer zweiten Garde im Algarve-Cup-Halbfinale gegen Norwegen hochzufrieden sein. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Martina Voss-Tecklenburg, „und es sagt viel über unsere Qualität aus. Wir haben viele talentierte Spielerinnen, die nachrücken.“
Ihr Mut, nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen Schweden eine komplett neu zusammengewürfelte Startelf zu bringen, zahlte sich aus. Dank einer offensiv wie defensiv überzeugenden Leistung gegen allerdings enttäuschende Norwegerinnen spielt die DFB-Auswahl am Mittwoch (19.45 Uhr) im Finale gegen Italien um den vierten Sieg beim Einladungsturnier nach 2006, 2012 und 2014. „Jetzt wollen wir auch als Turniersieger nach Hause fahren“, sagte Lattwein selbstbewusst. Die 19-Jährige strahlte nach ihrem sechsten Länderspiel, in dem Mittelfeldspielerin einen souveränen Auftritt in der Innenverteidigung hingelegt hatte. „Ich fühle mich im zentralen Mittelfeld wohler“, so die Hoffenheimerin, „aber ich bin eine Straßenkickerin und will einfach Fußball spielen, egal wo.“
Langfristig, aber auch mit Blick auf das Endspiel des Algarve-Cups hat Voss-Tecklenburg die Qual der Wahl. Voraussichtlich werden Stammkräfte wie Kapitänin Alexandra Popp oder Spielgestalterin Dzsenifer Marozsan nicht wieder zuschauen müssen. „Wir werden sicher mit einem großen Teil der Schweden-Startelf beginnen“, kündigte Voss-Tecklenburg an, „aber wir haben dann ja auch sechs Wechsel.“ sid