Leipzig – Noch keine Aufgabe, aber erste Anzeichen von Resignation: Vom ersten Meistertitel mochte Trainer Julian Nagelsmann nach der enttäuschenden Nullnummer beim VfL Wolfsburg und nur zwei Punkten aus den letzten beiden Bundesligaspielen nichts hören.
„Wir müssen nicht von den Bayern reden, sondern schauen, dass wir unsere Leistung stabilisieren“, sagte der Coach, die Zielstellung der Saison sei ohnehin nicht die Meisterschaft: „Wir müssen unter die ersten Vier kommen. von Platz eins brauchen wir nicht zu sprechen.“
Dafür sind die Roten Bullen auch wohl zu abhängig von ihren Topstars wie Timo Werner. Weil eine Stunde lang bei den Gästen die Offensive kaum stattfand, musste Nagelsmann ins Risiko gehen und den Nationalspieler trotz nur einer Trainingseinheit binnen zwei Wochen einwechseln.
Wirklich beleben konnte der 24-Jährige die Leipziger Angriffsbemühungen nicht, aber immerhin verschlimmerten sich auch nicht die muskulären Beschwerden im Oberschenkel aus den vergangenen Tagen. Werner wird dringend gebraucht, um Nagelsmanns zentrale Vorgabe zu erfüllen.
Denn was auf dem Rasen selten gelang, funktionierte bei Leipzig nach dem Abpfiff viel besser – das Umschaltspiel, zumindest verbal. „Champions League am Dienstag gegen Tottenham, das ist ein Highlight-Spiel. Da wollen wir etwas ganz Großes erreichen“, sagte RB-Torhüter Peter Gulasci. Aber der ungarische Keeper machte auch deutlich, dass daraus mit der Leistung gegen die Niedersachsen nichts werden würde. Gulasci: „Wir müssen dann die Räume, die wir bekommen, auch nutzen und Tore schießen.“ Auch wenn die Sachsen mit einem 1:0-Vorsprung in die Partie gehen.
Denn wenn auch ein 0:0 zum Erreichen des Viertelfinales reichen würde, auf dieses Ergebnis können und wollen die Leipziger nicht spielen. Torwart Gulasci: „Jetzt muss es darum gehen, wieder Spiele zu gewinnen, auch gegen Tottenham.“ sid