Köln – Auf eine Party verzichtet Manfred Germar. „Seit zehn Jahren schon feiere ich meinen Geburtstag nicht mehr groß“, sagte die Sprintlegende. Auch in den Urlaub auf die Kanarischen Inseln mit Ehefrau Brigitta geht es diesmal nicht, stattdessen feiert die „Gazelle vom Rhein“ den 85. Geburtstag heute im kleinen Kreis im Sauerland.
Wie Armin Hary gehörte Germar einst zu jener Sprinterzunft in Deutschland, die selbst die erfolgsverwöhnten US-Stars das Fürchten lehrte. Der Kölner, seit 2006 Mitglied in der Hall of Fame des deutschen Sports, stand 1956 in Melbourne als einziger Europäer im Olympiafinale über 100 m, stellte zwei Weltrekorde (4×100 m, 200 m) sechs Europa- sowie neun deutsche Rekorde auf.
„Lange her“, sagt Germar, dem der Rücken etwas zu schaffen macht, aber sonst geht es Deutschlands Sportler des Jahres von 1957 „dem Alter entsprechend gut. Ich bin glücklich, dass noch alles in Ordnung ist.“ Gleichzeitig erinnert er an seine zuletzt verstorbenen Sport-Kumpel wie Rudi Altig, Lauer, Fütterer oder Werner von Moltke. „Die Einschläge rücken näher“, sagt Germar, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.
Nach seiner sportlichen Karriere war der Diplom-Kaufmann erfolgreicher Cheforganisator des Meetings „Weltklasse in Köln“ und Präsident des ASV Köln. Zudem engagierte sich Germar über 40 Jahre lang ehrenamtlich bei der Sporthilfe im Gutachterausschuss. sid