Länderspiel gegen Italien ohne Zuschauer

von Redaktion

Fragen und Antworten zu Auswirkungen des Coronavirus – Zwei Bayern-Heimspiele betroffen

München – Das Coronavirus beherrscht auch im Sport weiter die Schlagzeilen. Die Nachricht, dass der Freistaat Bayern vier Wochen (bis Karfreitag) unter anderem alle Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagen wird, stand im Mittelpunkt. Ein Überblick über drängende Fragen und Antworten.

Welche Geisterspiele drohen in Bayern?

Der FC Bayern spielt in der Champions League am 18. März gegen den FC Chelsea in München vor leeren Rängen. Sollten die Münchner in einem möglichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen. In der Bundesliga wird die Heimpartie gegen Frankfurt (22. März) zum Geisterspiel. Zudem wird voraussichtlich das Länderspiel in Nürnberg Deutschland – Italien (31. März) ohne Zuschauer stattfinden. – 2. Bundesliga: Jahn Regensburg – Holstein Kiel (14. März), 1. FC Nürnberg – Aue (22. März), Regensburg – Nürnberg (3. April). – 3. Liga: TSV 1860 – Duisburg, Ingolstadt – FC Bayern II (beide 14. März), Bayern II – Münster, Unterhaching – Ingolstadt, Würzburg – Magdeburg (alle 17. März), 1860 – Würzburg, Ingolstadt – Sonnenhof Großaspach (beide 21. März), Würzburg – Jena (27. März), Unterhaching – Braunschweig (28. März), 1860 – Rostock (4. April), Bayern II – Zwickau (8. April). Hinzu kommen die Playoff-Heimspiele der Basketball-Bundesligisten FC Bayern und Brose Bamberg sowie der Eishockey-Teams von EHC Red Bull München, ERC Ingolstadt und Ice Tigers Nürnberg. Voraussichtlich werden auch die Spiele in der 2. Eishockey-Bundesliga und Eishockey-Oberliga ohne Fans stattfinden.

Warum sagt FC Basel das Frankfurt-Spiel ab?

Am 19. März hätte in Basel das Europa-League-Spiel zwischen dem Schweizer Topclub FC Basel und Eintracht Frankfurt stattfinden sollen. Gestern entschied die Kantonspolizei mit dem Krisenstab: Austragung nicht möglich, nicht mal als Geisterspiel. Die Begründung laut einer Vereinsmitteilung: Es sei davon auszugehen, „dass mehrere hundert Fans des Gastclubs nach Basel reisen und sich während des Spiels vor dem Stadion versammeln würden“. Ob und wo das Spiel stattdessen stattfindet, war zunächst offen.

Wo bestand Entscheidungsbedarf?

Das Champions-League-Rückspiel zwischen RB Leipzig und Tottenham Hotspur wird heute wie geplant und mit Publikum ausgetragen. Klarheit herrscht auch bezüglich der Partie von Borussia Dortmund bei Paris St. Germain (s. Seite 23). Diese Partie geht als „Geisterspiel“ über die Bühne. Heute erst soll geklärt werden, wie mit dem für morgen geplanten Bundesliga-Nachholspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln verfahren wird.

Wäre ein Geisterspiel ein Novum?

Ja, bislang waren deutsche Clubs lediglich im Europacup sowie in der 2., 3. Liga und Regionalliga an solchen Partien beteiligt. Und: Erstmals wären medizinische Bedenken der Grund für eine solche Maßnahme.

Zeichnen sich Termin-Engpässe ab?

Ja, besonders im Bundesliga-Fußball und den weiteren Profiligen im Eishockey, Handball und Basketball. In diesem Zusammenhang hatte DFL-Geschäftsführer Seifert angemahnt, einen „angemessenen Weg zwischen berechtigter Vorsorge und übertriebene Vorsicht zu finden“.

Wie sieht es finanziell aus?

Abseits des Profifußballs können Vereine und Verbände durch Spiele ohne Zuschauereinnahmen schnell in wirtschaftliche Engpässe geraten. Dem Deutschen Turner-Bund (DTB) etwa, dessen Weltcup-Turnier Ende März in Stuttgart auf der Kippe steht, täte eine Absage finanziell weh.

Wie ist die Lage sonst im Ausland?

Besonders dramatisch ist die Lage in Italien. Dort fallen alle Sportveranstaltungen bis zum 3. April aus, darunter auch die Serie A. „Als Fußballprofi muss man reisen, in Hotels schlafen und mit anderen Menschen in Kontakt treten. Ich möchte nicht, dass ich meine Mutter, die nicht mehr jung ist und die ich täglich sehe, anstecke“, sagte Stürmerstar Mario Balotelli.

Was macht Hoffnung?

Die Zahl der Neuansteckungen in China, dem Ursprungsland des Coronavirus, sank gestern auf 40, auf den niedrigsten Wert seit dem Ausbruch im Januar. Bis sich dieser positive Trend globalisiert, werden wohl noch Wochen vergehen.  mm/sid

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