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von Redaktion

Goretzka trifft und macht Unmut Luft: „Habe Berechtigung, zu spielen“

München – Das linke Hosenbein hochgekrempelt, die Beine hüftbreit und den Oberkörper leicht nach vorne gebeugt. Die Körpersprache von Leon Goretzka (25) in den Katakomben der Allianz Arena ließ bereits vermuten, dass der Mittelfeldspieler des FC Bayern nach dem Spiel gegen Augsburg etwas mitzuteilen hatte. Immerhin ist Goretzka nicht nur ein selbstbewusster, sondern auch ein intelligenter Bursche. Er weiß, wie man Botschaften öffentlichkeitswirksam platziert. Also sagt der Nationalspieler angesprochen auf seinen nicht vorhandenen Stammplatz unter Trainer Hansi Flick: „Ich bin in einer Top-Verfassung, in der besten Verfassung meiner bisherigen Laufbahn. Dementsprechend gut fühle ich mich. Ich bin natürlich nicht glücklich, wenn ich nicht von Anfang an spiele. Das wird man besprechen müssen. Ich finde, das kann man offen und ehrlich sagen.“

Da war es also ausgesprochen, und wie sehr es in Goretzka brodelte, hörte man aus diesen Sätzen nur zu gut. Da konnte der Nationalspieler noch so sehr versuchen, seine Worte im Nachgang etwas abzumildern. Solche Gespräche bleiben natürlich „unter vier Augen“, sagte er, für ihn gelte es daher, die Entscheidung des Trainers zu akzeptieren: „Er schickt die Mannschaft aufs Feld, von der er sich verspricht, dass sie die höchste Wahrscheinlichkeit hat, das Spiel zu gewinnen.“ Im Moment gehört er nicht zwingend zu dieser ersten Elf, aber: „Das ist das, was ich schon 100 Mal erlebt habe, da musst du die Faust in die Tasche stecken, dich anbieten, weiter an dir arbeiten, gucken, dass du deine Form hältst.“ Und die Chance nutzen, wenn man rein kommt.

Seinen letzten Startelf-Einsatz in der Bundesliga hatte Goretzka vor ziemlich genaue einem Monat im Spitzenspiel gegen Leipzig. Vergangene Woche durfte er dann im Pokal auf Schalke wieder von Anfang an ran. Am Sonntag gegen Augsburg blieb ihm erneut nur die Bank, weil Flick mit Joshua Zirkzee (18) auf einen klassischen Mittelstürmer setzte und darum Thomas Müller (30) die zentrale Position im offensiven Mittelfeld einnahm. Nach seiner Einwechslung erzielte Goretkza den erlösenden Treffer zum 2:0-Endstand. Darum konnte der Torschütze nach der Partie auch selbstbewusst nachschieben: „Ich muss meine Leistung bringen, dann habe ich schon auch eine Berechtigung, in der Mannschaft zu stehen.“

Das sieht Hasan Salihamidzic ähnlich. „Wenn er auf dem Platz ist und das so macht wie heute, dann kann jeder auch Unzufriedenheit äußern“, sagte der Sportdirektor zum aufmuckenden Goretzka. Er wies aber natürlich auch darauf hin, dass es ihm prinzipiell lieber sei, wenn man solche Dinge „unter vier oder sechs Augen bespricht“. Das wird diese Woche passieren.  bok, hlr

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