Eishockey zieht den Schlussstrich

von Redaktion

DEL und DEL2 beenden die Saison vorzeitig – ein Deutscher Meister wird nicht gekürt

München – Der Entschluss hatte sich ja schon angedeutet – am Ende waren sich die Clubvertreter der beiden höchsten deutschen Eishockeyligen DEL und DEL2 auch entsprechend einig: Die Saison 2019/20 ist Geschichte. Die Vereine entschieden sich aufgrund der neuesten Entwicklungen rund um den neuen Corona-Virus erwartungsgemäß gegen die Option, die ausstehenden Playoffs als Geisterspiele auszutragen. Klar ist damit auch: Die DEL wird in diesem Jahr keinen Nachfolger für Vorjahresmeister Adler Mannheim küren.

Der Nürnberger Geschäftsführer Wolfgang Gastner hatte in der „Bild“ ja die Möglichkeit in den Raum gestellt, Hauptrunden-Champion EHC Red Bull München zum neuen Titelträger zu küren. Doch diese Option erhielt auf der gestrigen Tagung in Neuss eine Absage. „Der Titel wird korrekterweise nicht vergeben“, vermeldeten die Münchner dann auch selbst. Mehr noch: „Der EHC Red Bull München begrüßt die Entscheidung der DEL. Gesundheit und Sicherheit stehen vor sportlichen oder wirtschaftlichen Interessen.“ Dem Ensemble von Trainer Don Jackson bleibt immerhin der kleine Trost, auch in der kommenden Spielzeit wieder in der Champions League an den Start gehen zu dürfen.

Auch für DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke war die Entscheidung unvermeidlich. „Wir haben angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus, betonte er.

Für die Vereine ist die Absage für Geisterspiele nicht zuletzt auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Während sich der Fußball im hohen Maße durch Fernseheinnahmen trägt, beziehen die Eishockeyclubs ihre Einnahmen zu 70 bis 80 Prozent aus dem Ticketverkauf. Vom Rechteinhaber Magentasport fließt dem Vernehmen nach pro Verein nur eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich in die Kasse.

Die Absage der Playoffs ist nun ein Stück Schadensbegrenzung. Zwar müssen jene Fans, die bereits Tickets für die heiße Saisonphase erworben haben, entsprechend entschädigt werden. Doch wenigstens fallen die Mietkosten für die Arenen durch die Absage geringer aus.

In der DEL2 hat die Hauptrunden-Tabelle nach dem gestrigen Beschluss übrigens mehr Aussagewert als im Oberhaus. Denn anders als der EHC München in der DEL werden die Frankfurter Löwen eine Etage tiefer als neuer Champion geführt. Folgen hat das keine – einen sportlichen Aufsteiger in die DEL gibt es nicht.  rp

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