Das Corona-Virus zwingt Europa dazu, Grenzen und Schulen zu schließen, das öffentliche Leben massiv einzuschränken und stellt das europäische Gesundheitssystem vor die größte Herausforderung aller Zeiten. Politiker zahlreicher Länder appellieren an die Vernunft der Bürger, soziale Kontakte zu vermeiden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Und was machen die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL)? Sie hatten den festen Plan, den Bundesliga-Spielbetrieb zumindest an diesem Wochenende am Leben zu halten. Erst am frühen Abend kam die Nachricht, dass die DFL „angesichts der Dynamik mit neuen Corona-Infektionen und entsprechenden Verdachtsfällen in direktem Zusammenhang mit der Bundesliga und zweite Bundesliga“ beschlossen habe, den Spieltag zu verlegen.
Trotz der Absage, zu der man sich am Ende durchrang, nahmen die DFL und einige Clubs wegen ihrer Geldgier bewusst ein Himmelfahrtskommando für Spieler, Fans und Vereine in Kauf. Diesen Eindruck bestätigten auch die Aussagen von Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Freitag. „Man muss vielleicht auch erklären, was hinter der Entscheidung steckt. Es ist sinnvoll, dass der Spieltag jetzt noch gespielt wird, weil es im Profifußball am Ende des Tages eben auch um Finanzen geht. Es steht noch eine hohe Zahlung der TV-Broadcaster aus. Wenn die ausbleiben würde, würden viele kleinere und mittlere Vereine finanzielle Probleme bekommen“, erklärte Rummenigge schonungslos ehrlich.
Zum Verständnis: Im DFL-Präsidium sitzen auch Vertreter von kleineren Vereinen wie Darmstadt, Freiburg oder St. Pauli. Auch sie hatten die Entscheidung aufgrund finanzieller Erwägungen mitgetragen. Letztlich überwog nun doch die menschliche Vernunft, Vereine, Spieler und Fans nicht unnötig den Gefahren des Coronavirus auszusetzen.
Widerlich war und ist der Zick-Zack-Kurs der Verantwortlichen trotzdem.
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