Unterhaching/Herrsching – Es war schon ein kurioser Ablauf: Am Donnerstagnachmittag verkündeten die Verantwortlichen der Volleyball-Bundesliga (VBL) zwar das sofortige Ende der Zweitligasaison wegen der Ausbreitung des Coronavirus, betonten aber zugleich, dass im Oberhaus zumindest die letzten beiden Spieltage der Hauptrunde über die Bühne gehen sollten.
Entsprechend traten die Alpenvolleys Haching drei Stunden nach dieser Mitteilung in Innsbruck vor leeren Rängen gegen die Helios Grizzlys Giesen an, wahrten mit einem 3:0 (25:22, 25:15, 25:20) ihre Minimalchance, sich vom vierten Rang noch nach vorne zu schieben. Doch knapp eine Stunde nach Spielende kam das nächste VBL-Kommuniqué: Auch die Erstligasaison wird sofort abgebrochen, um „die erhöhten Risiken der Ansteckung im Sinne der Gesundheit der Spielerinnen und Spieler“ zu vermeiden. Eine Verschiebung sei durch den straffen Zeitplan des Volleyball-Weltverbandes (FIVB) keine Option, hieß es. Zugleich wurde bekannt gegeben, dass es 2020 keinen Meister und keinen Regelabsteiger gibt.
Bei Alpenvolleys-Manager Hannes Kronthaler stießen die radikalen Maßnahmen auf Einsicht: „Für den Sport ist es allgemein eine Katastrophe, aber es bleibt keine andere Wahl.“
Die Entscheidung des VBL-Vorstands beendete somit auch die Saison für die Herrschinger Volleyballer – als Tabellenfünfter. Das ist die beste Platzierung für die Ammerseer in der sechsjährigen Bundesliga-Historie. Fritz Frömming, Teammanager der WWK Volleys Herrsching, hat für die Entscheidung der VBL vollstes Verständnis: „Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“
Frömming selbst hatte sich zuvor in einer Telefonkonferenz für einen sofortigen Abbruch der Spielzeit ausgesprochen. „Selbst bei einem Geisterspiel wären 50, 60 ehrenamtliche Helfer in der Halle gewesen.“ Die wirtschaftlichen Folgen sind durchaus immens. „Wir verlieren viel Geld“, sagte Frömming. Allein an Eintrittsgeldern entgehen den Oberbayern knapp 10 000 Euro. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Getränke- und Essensverkauf. um/ds