München – Die Corona-Pandemie stellt auch den Weltfußball und somit die Bundesliga vor die größte Herausforderung aller Zeiten. Vor allem kleinere und finanziell schwächere Klubs droht dann die Insolvenz.
„Die Lage ist sehr angespannt, es geht um die Existenz einzelner Vereine“, bestätigt Bayern-Präsident Herbert Hainer. Zur Erinnerung: Sollte die Saison tatsächlich nach 25 Spieltagen beendet werden, würde allein durch den Wegfall der Fernsehgelder für die letzten neun Runden bei etwa 1,4 Milliarden Euro TV-Gesamtgeldern für alle 34 Spieltage ein Einnahmeausfall von rund 370 Millionen Euro anfallen. Mit den Ausfällen bei Sponsoring und Kartenverkauf summiert sich die Lücke auf 770 Millionen Euro. Trotz dieser alarmierenden Zahlen schließt Hainer ernsthafte finanzielle Gefahren für den FC Bayern weitestgehend aus, betont aber, dass die wirtschaftliche Krise, die diese Situation mit sich bringe, natürlich auch für den Rekordmeister eine große Herausforderung sei: „Aber der FC Bayern ist hervorragend aufgestellt und wir arbeiten Tag für Tag, dass der Verein diese spezielle Zeit gut übersteht. Wir blicken trotz dieser immensen Herausforderung, die wir alle nur gemeinsam bewältigen können, zuversichtlich in die Zukunft.“
In der Gegenwart positionieren sich aktuell viele Fan-Initiativen klar gegen Geisterspiele. Die Frage, ob das ein mögliches Szenario sei, um die Saison zu Ende spielen zu können, ließ Hainer unbeantwortet. Eine klare Meinung hat er allerdings zum Thema Europameisterschaft 2020: „Diese anstehende EM im Juni, die ja in ganz Europa stattfinden wird, steht nun natürlich besonders auf dem Prüfstand. Eine Ausrichtung des Turniers nach aktuellem Stand der Dinge kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt beim besten Willen nicht vorstellen.“
Was Hainer in diesen schwierigen Tagen große Freude bereitet hat, ist das Verhalten der Bayern-Spieler im Internet: „Ich finde es übrigens großartig, wie einige unserer Spieler über die Sozialen Medien mit einfühlsamen Appellen dazu aufgerufen haben, jeder möge sich für die Gesellschaft einbringen, sich zurücknehmen, wenn möglich anderen helfen und die offiziellen Anweisungen der Behörden ernst nehmen.“
Auch darum hat sich der Verein vorgenommen, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten im Sinne der Gesellschaft einzubringen. „Ich appelliere hier an alle, ganz im Zeichen der Vernunft zu agieren. Noch einmal: Jeder Einzelne ist gefragt. Jeder Einzelne ist nun wichtig. Die Gesundheit und der Zusammenhalt in der Bevölkerung sind nun von höchster Bedeutung. Es geht darum, Vertrauen zu haben, zusammenzustehen und eine Ausbreitung des Virus unter allen Umständen zu verlangsamen“, sagt Hainer. MANUEL BONKE