„Kein Beinbruch für die Löwen“

von Redaktion

EISHOCKEY Cengiz Ehliz spricht über die Zukunft der Tölzer, Ambitionen und das Gerichtsurteil gegen ihn

Bad Tölz – Cengiz Ehliz ist Gründer der Firma WeeCom und Sponsor der Tölzer Löwen. Sich selbst sieht er als Visionär. Zuletzt sorgte ein Gerichtsurteil gegen den Unternehmer für Aufsehen. Im Interview spricht. Im Nachgang zur Pressekonferenz von Wee nahm sich Ehliz im Beisein seines Medienbeauftragten Tilmann Meuser Zeit für und sämtliche drängenden Fragen.

Herr Ehliz, Sie bekannten sich in den beiden vergangenen Jahren mehrfach als großer Fan der Tölzer Löwen. Wie sehr schmerzt das abrupte Saisonende im Kontext mit der erstmaligen Playoff-Qualifikation?

Ehliz: Die Absage der Playoffs hat mich sicher mit am meisten getroffen. Doch sie ist kein Beinbruch für die Löwen. Wir richten den Blick nach vorne und schauen, dass sich das alles hier wiederholt.

Zuletzt gab es bei den Fans und im Tölzer Einzelhandel gleichermaßen Murren ob der mangelnden Funktionalität des Cashback-Systems. Lässt sich dieser Missstand zeitnah beheben?

Ehliz: Die Entwicklung eines Cashback-Systems ist immer mit Höhen und Tiefen verbunden. Tölz ist ein Pilotprojekt mit hoher Bedeutung für das Oberland und Wee. Tölz ist und lebt Eishockey. Es war eine Phase, die die TEG zusammen mit Wee durchgestanden hat.

Meuser: Wir hatten uns beim Dienstleister vertan, was uns letztlich ein Jahr gekostet hat. Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck an der technischen Umsetzung.

Im Umfeld wabert seit dem Einstige von Wee durchgängig die Angst mit, das Projekt Spitzeneishockey könnte jederzeit platzen wie eine Seifenblase. Lassen sich diese Befürchtungen entkräften?

Meuser: Sicher. In Tölz nicht weiterzumachen wäre ein Vertrauensbruch. Da bekämen wie anderswo kein Ben mehr auf den Boden. Es wird eine langfristige und nachhaltige Konstellation geben. Inzwischen konnten wir auch die Mutterfirma in der Schweiz von diesem Projekt überzeugen.

Zuletzt sorgte ein Urteil der Justiz in Antwerpen für Irritationen. Demnach sind Sie im ersten Rechtszug zu 40 Monaten Haft verurteilt worden. Gibt es nach der Berufungsverhandlung das böse Erwachen?

Ehliz: Anzeigen von unzufriedenen Neidern passieren so ziemlich jedem Unternehmer. Offensichtlich haben unsere Hausjuristen den Inhalt nicht ganz durchschaut, da die Angelegenheit bereits sieben Jahre zurückliegt, Angesichts der eingereichten Unterlagen war demnach nichts anderes zu erwarten. Zudem hat das Gericht negativ gewürdigt, dass ich selbst nicht anwesend war, was mir meine Anwälte aber geraten haben. Wir haben in den letzten Wochen alles präzise aufgearbeitet. Die Anklage wird durch die einzureichenden Belege hinfällig. Unternehmertum ist mit hohem Risiko behaftet. Je größer die Firma, umso höher das Risiko. Wir haben wirklich alles dafür getan, die Klagepunkte zu entkräften.

Ihre Ankündigung, der ECT werde bis zum Jahr 2026 um die Deutsche Meisterschaft mitspielen, flog Mannschaft und Fans anfänglich nach jeder Niederlage um die Ohren. Waren Sie sich der Tragweite ihres Vorpreschens bewusst?

Ehliz: Eine Vision ist für mich ein Richtwert. Es liegt nicht in meinen Genen zu sagen, wir wollen in der zweiten Liga herumdümpeln. Zu Visionen gehört nicht nur der Geldgeber, da müssen alle zusammenhalten. Es ist einfach ein Ziel. Ob wir es erreichen, ist eine andere Sache.

Interview: Oliver Rabuser

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