Neuer Ferrari-Vertrag in Sicht

Letzte Chance für Vettel

von Redaktion

WOLFGANG SPORER

Die Rennwagen parken bis auf Weiteres, das Coronavirus hat auch die Formel 1 vorerst zum Nothalt gezwungen – und doch steht nicht alles komplett still in der Königsklasse des Motorsports. In Maranello, bei der Scuderia Ferrari, brennt auch während der Zwangspause noch Licht, und es gibt gerade molto da parlare: Sie reden jetzt doch glatt über einen neuen Vertrag für Sebastian Vettel.

Das ist dann doch eine kleine bis mittlere Überraschung. Der 32-jährige Heppenheimer galt doch eigentlich schon als Auslaufmodell bei den Roten, die offenkundig vor allem den jungen Piloten Charles Leclerc als Mann der Zukunft sehen. Der 22-jährige Monegasse, der im Winter mit einem Vertrag bis 2024 ausgestattet wurde, hat Vettel in der vergangenen Saison im teaminternen Duell den Rang abgelaufen. Und es schien, als erwarte Ferrari vom deutschen Altstar nur noch, dass er am Ende des Jahres – da läuft der aktuelle Kontrakt aus – endlich seine Sachen packt und freundlich Ciao sagt. Doch jetzt soll er offenbar doch noch eine Chance bekommen.

Seit 2015 fährt der viermalige Weltmeister für den italienischen Traditionsrennstall. Das von Beginn an formulierte Ziel, mit den Roten den Weltmeistertitel zu holen, verfehlte der Hesse bislang, gegen Mercedes war in den vergangenen Jahren einfach kein Kraut gewachsen – und Vettels Karriere verkümmerte irgendwie. Zu wenig Siege. Zu viele Durchschnittsleistungen. Der Top-Star verlor seinen Glanz.

Umso erstaunlicher, dass die Roten noch bereit sind, mit dem Heppenheimer über dieses Jahr hinaus weiterzumachen. Allerdings hat Teamchef Binotto klargestellt: „Es liegt in seinen Händen.“ Bedeutet: Der Weg zum neuen Vertrag führt für Vettel nur über eine Top-Performance in diesem Jahr. Der Deutsche ist also an einem Schlüsselpunkt angekommen. Nutzt er die letzte Gelegenheit, um seiner Karriere vielleicht doch noch etwas Großes hinzuzufügen? Das wird freilich auch davon abhängen, wie es mit der Coronakrise weitergeht. Vettel kann sich nur empfehlen, wenn die Formel 1 in diesem Jahr überhaupt noch in Fahrt kommt.

wolfgang.sporer@ovb.net

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