DOSB-Präsident Alfons Hörmann hatte eine eindeutigere Position vom IOC in der Debatte um eine Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio erwartet. Die Prüfung der Verlegung durch das IOC sei ein „richtiger und in Anbetracht der aktuellen gesundheitlichen Weltlage längst fälliger Schritt“ gewesen, sagte er gestern. „Allerdings hätten wir uns jetzt eine klare Aussage dahingehend gewünscht, dass die Spiele definitiv nicht zum geplanten Termin stattfinden können und nun über denkbare Alternativen beraten wird.“
Denn die Athleten befänden sich in einer extrem schwierigen Situation, hätten kaum Trainingsmöglichkeiten und große Unklarheit bei der Olympia-Qualifikation. „Auch gegenüber der Öffentlichkeit wäre es ein enorm wertvolles Signal gewesen, den bisherigen Termin aufgrund der aktuellen Lage in der Welt abzusagen“, erklärte Hörmann.
Da nach den Prognosen der Experten wegen der Coronavirus-Pandemie auch ein Termin im Herbst keine sichere Alternative darstellen würde, „präferieren wir eine Verlegung mindestens ins nächste Jahr“, sagte Hörmann. „Bei der Suche nach einer Lösung erwartet der DOSB die Beteiligung der Spitzen-sport-Organisationen der Länder. „Das IOC ist gut beraten, für solch zentrale Fragestellungen die Fachverbände und die Nationalen Olympischen Komitees in die Entscheidungsfindung einzubeziehen“, sagte Hörmann.