„Wie im falschen Film“

von Redaktion

EISHOCKEY Abruptes Karriereende für Goc

Mannheim – Im vielleicht schönsten Moment seiner Karriere dachte Marcel Goc an seinen Sohn. Jonas habe gesagt, es sei okay, wenn der Papa seinen Geburtstag verpasse, wenn er denn eine Medaille mitbringe, erzählte Goc im Februar 2018. Das Wunder der Olympischen Spiele von Pyeongchang war mit einem 4:3 gegen Kanada wahr geworden. Mit Goc als Kapitän gewann das deutsche Eishockey-Nationalteam am Ende Silber. „Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke“, sagt der 36-Jährige, der einst 699 NHL-Spiele bestritt und zuletzt für die Adler Mannheim stürmte.

Die Szene von Pyeongchang passt zu Goc, er ist als Familienmensch bekannt. Im Moment jedoch hat der Württemberger viel früher als erhofft viel Zeit für seine Kinder. Seine Karriere ging aufgrund der Coronavirus-Pandemie abrupt zu Ende.

Als er erfuhr, dass für ihn alles ganz plötzlich vorbei ist, brachte Goc seinen Sohn gerade zum Eishockey-Training. Vor zwei Wochen brach die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ihre Saison ab. Ohne Playoffs. Ohne ein letztes Spiel für Marcel Goc – und ohne eine Ehrenrunde in Mannheim, auf der er sich hätte verabschieden können. Er habe sich gefühlt wie im „falschen Film“, gab er zu. Inzwischen hat Goc neue Aufgabe: Er wechselt als „Skills und Development Coach“ ins Trainerteam der Adler Mannheim.  dpa

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