Kein Livesport im Fernsehen, Nun ja, leider. aber nutzen wir doch die Zeit, mal (wieder) ein paar Sportfilme anzuschauen. Unsere Redakteure geben gerne Empfehlungen.
Eigentlich hätten es Worm, Timo, Junior und all die anderen Helden der Richmond Highschool doch wissen können: Coach Carter ist es auch abseits des Basketball-Feldes bitter ernst mit seiner Mission. Doch dann macht der strenge Chef mit schwerer Kette die Halle dicht. Weil seine Spieler nicht die sogar vertraglich eingehaltenen schulischen Leistungen erbringen. Spieler, Eltern, sogar die Medien laufen Sturm. Sogar das Fenster seines Sportgeschäftes wird eingeschmissen. Wie kann Carter ein Team so schnöde ausbremsen, das er selbst zu einem der besten der Szene geformt hat? Doch natürlich bleibt der, von Oscar-Gewinner Samuel L. Jackson bemerkenswert gut gespielte Coach sich selbst treu. Man ahnt es: Am Ende verstehen sogar seine lange Zeit so aufsässigen Schützlinge – auch ohne den Drill von 1000 Pushups oder Linienläufen –, dass er letztlich ja nichts anderes will, als aus orientierungslosen Ghettokindern bessere Menschen zu machen.
Ja, ok, das klingt nach viel Klischee. Und das ist es ja auch – teilweise vielleicht ein bisschen zuviel Aber manchmal ist ja auch das echte Leben ein Stück Klischee. Zumindest basiert Ken Carters Wirken tatsächlich im Wesentlichen auf einer wahren Geschichte.
Mag schon sein, dass der Film nicht unbedingt das sozialkritische Werk ist, das Regisseur Thomas Carter seinem Namensvetter gerne gewidmet hätte. Auch die immer wiederkehrenden Einblicke in die Lebenswelten der Ghettokinder („Es beginnt auf der Straße, es endet hier“) könnten sicherlich tiefgründiger sein.
Aber eines ist Coach Carter auch für nicht eingefleischte Basketball-Fans allemal: Ein nettes Stück Unterhaltung – auch in der stattlichen Länge von 131 Minuten. Und das kann man in diesen Zeiten allemal brauchen. rp