Wolff sieht Abbruch der Bundesliga-Saison als „alternativlos“

von Redaktion

Der Nationaltorhüter befürchtet bei einer Fortsetzung: „Das macht unseren Sport kaputt“

Kielce/Hamburg – Ausschweifende Party? Tagelanger Rausch? Von wegen. Den ersten Meistertitel seiner Karriere hatte sich Andreas Wolff anders vorgestellt. „Ich bin morgens aufgewacht und habe auf mein Handy geschaut“, erzählt der Handball-Nationaltorhüter und klingt dabei so nüchtern, wie es war: „Da stand dann eine Nachricht: ‘Wir sind Meister.’“

Natürlich sei die polnische Meisterschaft mit Kielce nach drei erfolglosen Anläufen mit dem THW Kiel „etwas ganz Besonderes“ gewesen. Doch „ein bisschen Wehmut“ war nach der Verbandsentscheidung am grünen Tisch schon dabei, dass „wir nicht mit unseren fantastischen Fans feiern konnten.“

Der Torwartriese, der die Tage derzeit isoliert in seiner Wohnung im Südosten Polens verbringt, empfindet er die aktuelle Situation im deutschen Handball als „Katastrophe“. Es sei jetzt „ganz wichtig, dass wir uns an die Regeln halten“, sagt Wolff – und sieht einen Abbruch der Bundesliga-Saison nach polnischem Vorbild auch deshalb als „alternativlos“ an.

„Selbst wenn die Bundesliga ihre Meisterschaft fortsetzen sollte, wären die Mannschaften ja komplett aus ihrem Rhythmus“, erläutert Wolff: „Sie haben nicht trainiert und nicht gespielt. Das ist nicht im Sinne des Wettbewerbs – und ganz ehrlich: Das wollen die Zuschauer auch nicht sehen.“

Jetzt kämen in Meisterschaft und Europacup die wichtigen Spiele, betont Wolff und führt aus: „Wenn die Mannschaften jetzt unvorbereitet in den Endspurt gehen, macht das unseren Sport kaputt.“ Vor allem die Bundesliga lebe von ihren Zuschauern und der tollen Stimmung. „Angesichts des Infektionsrisikos wären aber wenn überhaupt nur Geisterspiele möglich“, sagt Wolff: „Deshalb denke ich, auch wenn es für viele Vereine bitter ist, dass man nach dem Vorbild der polnischen Liga vorgehen sollte.“ Momentan ist die Bundesliga-Saison bis zum 23. April ausgesetzt.  sid

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