Zwei Stars in Warteschleife

von Redaktion

Bayern wollen erst mit Neuer, Müller, Alaba und Thiago verhandeln – dann Martinez und Boateng

München – Javi Martinez (31) ist im Kampf gegen das Corona-Virus über die Ländergrenzen hinweg präsent: Vergangene Woche unterstützte der Bayern-Kicker das Rote Kreuz in Grünwald und ging für Menschen einkaufen, die zur Risiko-Gruppe gehören und auch in seinem Heimatland Spanien engagiert sich der Mittelfeldspieler vorbildlich. So hat er die gesamte Infrastruktur seines Fußball-Camps in Ayegui in der Nähe von Pamplona den Staatssicherheitskräften und Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt. Die 15 Zelte bieten insgesamt Platz für 180 Personen. Er geht während der Pandemie als Vorbild voran, beim FC Bayern muss er sich in Sachen Vertragsgespräche aber hinten anstellen.

Gleiches gilt für Abwehrspieler Jerome Boateng (31). Zwar laufen deren Verträge ebenfalls im Sommer 2021 aus, wie auch bei Manuel Neuer (34), Thomas Müller (30), David Alaba (27) und Thiago (28) – doch die Münchner Vereinsverantwortlichen wollen nach Informationen unserer Zeitung erst mit diesem Quartett Entscheidungen finden, ehe sie die Gespräche mit Martinez und Boateng angehen.

Im Moment sind die Bayern-Bosse noch nicht zu einem Konsens darüber gekommen, wie und ob es mit den Bayern-Routiniers in München weitergeht. Sie wissen dementsprechend auch nicht, was die Spieler selbst vorhaben. Will der Rekordmeister noch Geld mit ihnen verdienen, müsste ein Abgang im Sommer her. Während Boateng in der Vergangenheit schon mehrmals versucht hat, seinen Abschied zu forcieren, fühlt sich Martinez nach wie vor in München wohl, die bayerische Landeshauptstadt ist für ihn zur zweiten Heimat geworden.

Wenn der Spanier mit Wechselgerüchten in Verbindung gebracht wird, dann stets mit seinem früheren Klub Athletic Bilbao. Erst Anfang März sagte Präsident Aitor Elizegi der „Mundo Deportivo“ zum Thema Martinez: „Es ist noch Zeit, Athletic zu helfen. Es ist sehr wichtig, dass er auch kommen will und sein Bestes gibt, dass er uns etwas gibt, was wir noch nicht im Kader haben und dass er die Entwicklung eines jungen, aufstrebenden Talents nicht blockiert.“

Durch die Corona-Krise wird der FC Bayern bei Spielerverkäufen wohl weniger verdienen als ursprünglich angedacht. Nicht umsonst erklärte Bayern-Präsident Herbert Hainer: „Wenn weniger Einnahmen da sind, dann kann auch nicht mehr so viel Geld ausgegeben werden.“ Gleichzeitig bezeichnete er die aktuelle Krisenlage als „wirtschaftliche Herausforderung für uns“. MANUEL BONKE

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