Kahn fordert mehr Charakter von neuen Spielern

von Redaktion

München – Mia san mia. Das legendäre Vereinsmotto bestimmt seit jeher das Vorgehen beim FC Bayern. Und Oliver Kahn hat sich in seiner Funktion als Vorstandsmitglied und künftiger Bayern-Boss fest vorgenommen, dieses Credo als Maßstab bei Spielertransfers zu nehmen.

„Um beim FC Bayern eine tragende Rolle zu spielen, müssen sowohl die sportlichen Fähigkeiten als auch die charakterlichen, mentalen Aspekte gut entwickelt sein“, sagte Kahn in einem Interview mit der „Sport Bild“ und erklärte: „Siegermentalität, Demut, Disziplin und Durchhaltevermögen gehören genauso zum Anforderungsprofil wie die sportliche Qualität des Spielers.“ Heißt im Klartext: Ausnahmekönnen alleine reicht künftig nicht mehr, um vom deutschen Rekordmeister verpflichtet zu werden.

Zwar betreibt die Scouting-Abteilung unter der Regie von Sportdirektor Hasan Salihamidzic bereits jetzt eine Art soziales Scouting, doch das reicht Kahn wohl noch nicht aus. „Man braucht ein gutes Netzwerk, um zu erfahren, wie sich ein Spieler in der Kabine verhält, was er für ein familiäres Umfeld hat, wie professionell er seinem Beruf nachgeht“, erklärte Salihamidzic letzten Herbst.

Die Scouts in der Profi- und Nachwuchsabteilung sind bereits angehalten, auch einen Blick darauf zu haben, wie sich ein Spieler beispielsweise verhält, wenn er ein Tor erzielt: Bedankt er sich beim Vorlagengeber oder zieht er beim Torjubel alleine eine Show ab? Steigt ein Kicker konzentriert aus dem Bus aus oder posiert er für Fans und Fotografen? Die Spieler-Kanäle in den sozialen Medien werden ebenfalls danach durchforstet, ob die Darstellung dort Bayern-like ist oder zu viel mit Luxusklamotten, teuren Uhren und Sportwagen geprotzt wird?

Kahn kündigt zudem an, dass in Zukunft zwar auch europäische Top-Spieler im Bayern-Kader sein werden, „darüber hinaus ist es unser Ziel, immer wieder Nachwuchsspieler für die Profis des FC Bayern auszubilden, die das Potenzial haben, legitime Nachfolger von Spielern wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Thomas Müller, David Alaba oder Toni Kroos zu werden“. Passend dazu sollen sich Müller und der REkordmeister laut „Bild“ über einen neuen Vertrag bis 2023 einig sein und bald Vollzug melden.

Generell erwartet Kahn, dass der Transfermarkt sich durch die Corona-Krise eher beruhigt: „Die absoluten Top-Spieler werden auch weiterhin ihren Markt haben. Ob dieser sich allerdings weiterhin in bekannten extremen Größenordnungen bewegt, darf bezweifelt werden. Auch was die extremen Gehälter betrifft, wäre ein Abflachen die logische Folge.“ bok

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