Kein Livesport im Fernsehen, Nun ja, leider. aber nutzen wir doch die Zeit, mal (wieder) ein paar Sportfilme anzuschauen. Unsere Redakteure geben gerne Empfehlungen.
Mit Frauenfußball kann ich nichts anfangen, da ignoriere ich auch als Sportjournalist komplett alles – inklusive WM. Trotzdem habe ich mir einen Film über vier Fußballerinnen angesehen. Spielerinnen aus Nordkorea. Weil der Wissensdurst groß ist über ein Land, das kaum zulässt, dass die Welt sich ein Bild von ihm macht.
Hana, dul, sed heißt der Film, der 2009 erschien – ich war der einzige Zuschauer im gesamten Kino. Viel kann der Streifen nicht eingespielt haben, gelaufen ist er auf Filmfestivals, er bedient eine Nische. Gedreht haben ihn zwei Österreicherinnen. Sie durften nach Nordkorea einreisen. Anzunehmen, dass der Staat seine Vorgaben machte, wie Land und Leute ins Bild zu setzen seien – doch es ist beileibe kein propagandistischer Film, sondern einer voller Wärme für die vier Protagonistinnen, allesamt ehemalige Nationalspielerinnen, die den angestrebten Erfolg (Qualifikation für Olympia 2004) verfehlten und es danach schwer hatten, noch einen Platz in ihrem Sport zu finden. Hana, dul, sed sind die Ziffern Eins, Zwei, Drei.
Die Autorität ihres Staats zweifeln sie nicht an, sie sind so erzogen, dass sie ihren Führer (damals noch Kim Jong-Il) ehren. Wie sie leben, scheint ihnen genug. Die jungen Frauen wirken glücklich, eine von ihnen freute sich – daran kann ich mich erinnern – über einen Nachfolge-Job als Torwarttrainerin.
Der Soundtrack zum Film: ein schwülstiges koreanisches Volkslied – aber ich blieb sitzen, bis der Abspann durch war.
Als DVD gibt es „Hana, dul, sed“ nicht. Ebenso wenig findet man den Film auf den gängigen Streaming-Plattformen. Aber auch die brauchen Content, und vielleicht ist jetzt ihr Interesse geweckt. GÜNTER KLEIN