München – Markus Krösche hat viel zu tun. Auf den Sportdirektor von RB Leipzig warten Hausaufgaben – und zwar eine ganze Menge. Bisher allerdings drehen sie sich nicht um Millionen-Beträge und Ausstiegsklauseln, sondern um Mathematik, Biologie und Englisch. Die Töchter Maya und Clara bestimmen die Tage im Homeoffice, nicht Timo Werner.
Glaubt man den öffentlichen Aussagen des 39-Jährigen, herrschte in dieser Personalie bisher Ruhe. Keine Anfragen liegen für den besten deutschen Stürmer vor, ein Abgang im Sommer steht Stand heute nicht zur Debatte. Dass sich das noch ändern wird, liegt in der Natur des Marktes und könnte auch mit den Nachrichten aus München einhergehen. Die Verlängerung mit Hansi Flick wird die Personalplanungen der Bayern anschieben. Und der Name Werner spielt da wieder eine größere Rolle als bis zuletzt angenommen.
Dieser Poker zieht sich ja schon ewig, weil beide Seiten sich abwechselnd zieren. Werners Vertragsverlängerung im vergangenen Sommer war das Resultat der ersten Runde, nun geht es womöglich in die zweite. Werner, der von den Aussagen von Hasan Salihamidzic (Tenor: Passt nicht zum Spiel der Bayern) verärgert war, hat freilich registriert, dass in Hansi Flick nun ein Mann den Bayern-Kader mitgestaltet, der als großer Fan von ihm gilt. Karl-Heinz Rummenigge bestätigte der „Bild“ ein „Mitspracherecht“ des 55-Jährigen. Von diesem wird Flick Gebrauch machen – und seine Meinung kundtun: lieber Werner als Leroy Sané.
Rummenigge war es wichtig, Klarheit auf der Trainerposition zu haben, „bevor wir in den nächsten Wochen und Monaten den Spielerkader für die nächste Saison zusammenstellen“. Trotz Corona-Krise nehmen die Planungen nun Fahrt auf. Vor allem Oliver Kahn, der in den vergangenen Wochen interne Konfliktpunkte zwischen Flick und Salihamidzic moderierte, wird weiter gefragt sein. Bei Vertragsverlängerungen genau wie bei den Einkäufen. Es wird kontrovers diskutiert werden.
Als Gewinner können jetzt schon Thomas Müller und Manuel Neuer gesehen werden, deren Verbleib Flick unbedingt forciert. Müller soll mit einem Vertrag bis 2023 erst mal zufrieden sein. Bei Neuer hakt es aktuell an der Laufzeit, Flick aber machte unmissverständlich klar, dass der 33-Jährige für ihn die Nummer eins ist und bleibt. Heißt: Alexander Nübel wird sich nach seinem Wechsel aus Schalke hinten anstellen müssen. Und zwar lange.
Die Nächsten auf der Liste: David Alaba, Thiago, Jerome Boateng, Javi Martinez – und ein Co-Trainer (Miroslav Klose?). Sind diese Personalien geklärt, könnte auch bei Krösche mal das Telefon klingeln. Neue Hausaufgaben. hlr