„Mai ist machbar“

von Redaktion

Virologe Kekulé hält Fortsetzung der DFL-Ligen für möglich – Vor Publikum erst wieder 2021

München – Der renommierte Virologe Alexander Kekulé hält eine Fortsetzung der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga im Mai grundsätzlich für möglich. „Machbar ist alles“, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Halle/Saale am Samstag im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF: „Man kann sich überlegen, wie man die Bundesligaspieler speziell absichert, dass sie in der Lage sind zu spielen. Für die Spieler sei dies aber mit „drakonischen“ Maßnahmen verbunden. „Man müsste für sie den Lockdown verlängern. Sie müssten privat unter besonderen Sicherheitsbedingungen weiterleben. Die ganze Mannschaft müsste in eine Art Spezialquarantäne. Außerdem müsste man sie vor jedem Spiel neu testen“, sagte Kekulé. Insgesamt bräuchte man bei diesem Vorhaben bis Saisonende ungefähr 20 000 Tests.

Man müsse berücksichtigen, dass die Spieler nicht zur Risikogruppe gehören, sagte der 61-Jährige: „Rein virologisch wäre das Problem deshalb lösbar. Aber nur, wenn man eine Art spezielle Blase für die Fußballspieler schafft.“ Die Frage wäre nur, wie man diese Spezialbehandlung der Fußballer der Gesellschaft erkläre, wenn es ganz vielen anderen Leuten draußen schlecht gehe.

Nach Ansicht von Kekulé können Fußballspiele und sonstige Sportveranstaltungen im Jahr 2020 aber nur noch vor Geisterkulissen stattfinden. „Ich würde für dieses Jahr nichts mehr planen mit Publikum“, sagte der Virologe: „Da wäre ich pessimistisch. Es sieht nicht so aus, als könnten wir dieses Jahr noch ernsthaft so etwas ins Auge fassen.“

Die Deutsche Fußball Liga hat derweil Medienberichte dementiert, nachdem bereits ein feststehender Spielplan für die Zeit nach der durch die Corona-Krise erzwungene Unterbrechung existiere. Es gäbe keinen fertigen Spielplan für den Rest der laufenden Saison, teilte die DFL am Samstagmittag via Twitter mit. Das Fachmagazin „kicker“ hatte zuvor berichtet, dass die Bundesliga und die 2. Liga am ersten oder zweiten Mai-Wochenende den Spielbetrieb wieder beginnen und die jeweiligen Saisons bis zum 30. Juni beenden wollen.

Probleme gibt es für Werder Bremen. Das Bundesland Bremen hat einem Antrag des Bundesligisten auf einen eingeschränkten Trainingsbetrieb vorerst nicht zugestimmt. Der Senat warte auf eine Abstimmung der Länder in dieser Frage, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Freitag. Werder-Sportchef Frank Baumann zeigte sich „irritiert“ von Mäurers „negativer Haltung gegenüber dem Profifußball“. LUDWIG KRAMMER

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