Aufbruch ins Ungewisse

von Redaktion

Fitnesstraining an der frischen Luft, mehr nicht – Bundesliga bereitet sich auf den Tag X vor

München – Endlich wieder Rasen unter den Stollen, eine Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen vor Augen: Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga bereiten sich seit gestern nahezu geschlossen auf den „Tag X“ vor. Einzig der SC Freiburg befindet sich noch im Home Office, beim SV Werder sind sie verärgert, dass der Bremer Innensenator ein Training in Gruppen vorerst nicht zulässt. Trainer Florian Kohfeldt nahm bereits das Wort „Wettbewerbsverzerrung“ in den Mund.

Ansonsten zeigt sich seit Montag an den Bundesliga-Standorten hinter verschlossenen Türen meist folgendes Bild: Das Training mit Ball läuft wieder, wenn auch nur in Gruppen mit vier bis sieben Spielern – und mit dem gebührenden Abstand. „Es ist sehr wichtig, dass die Spieler wieder den Ball an die Füße bekommen“. sagt Trainer Steffen Baumgart vom SC Paderborn. „Die Einheiten sollen deshalb so gestaltet werden, „dass Aktionen mit dem Ball im Mittelpunkt stehen.“

Der FC Augsburg geht diesen Weg bereits seit dem 23. März, am Montag zog 80 Kilometer weiter östlich auch der FC Bayern nach (siehe oben).

Es ist ein Neuanfang unter sehr speziellen Vorzeichen. Auch bei Borussia Dortmund werden die Spieler nicht auf dem Trainingsgelände duschen, auch gegessen und Klediung gewechselt wird in den eigenen vier Wänden. „Der BVB achtet auf die Einhaltung aller Regeln gemäß Paragraf 3 der Corona-Schutzverordnung“, teilten die Westfalen mit. Andere Clubs sind ähnlich straff durchorganisiert – jegliches Infektionsrisiko soll unterbunden werden. Deshalb gilt auch überall: keine Zweikämpfe!

All das geschieht in der Hoffnung, dass es Anfang Mai wieder losgeht. Laut „Bild“-Zeitung kursieren bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) zwei Spielpläne, einer mit Wiederbeginn am 2. Mai, der andere mit Wiederbeginn 9. Mai. „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es weder Beschlüsse noch Vorfestlegungen“, richtete die DFL dazu aus, ergänzte allerdings auch: „Dass es unterschiedliche Denkansätze gibt, liegt in der Natur der Sache.“

Angedacht ist demnach, die Saison bis Ende Juni beendet zu haben. Einstweilen wird das Training nicht viel mehr sein als eine Art Fitnesstraining an der frischen Luft. „Wir müssen dabei zwei zentrale Ziele vereinen, nämlich die Spieler in einem sehr guten Fitnesszustand zu halten und gleichzeitig mögliche Infektionen zu vermeiden“, sagte Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono vom SC Paderborn über den Ansatz des Aufsteigers.

Bei Hertha BSC stehen in dieser Woche konditionelle Einheiten auf dem Plan – also vorerst keine Ballübungen. Der FSV Mainz 05 hat den Trainingsauftakt für den heutigen Dienstag geplant. Gut möglich, dass dann auch der SC Freiburg dem Beispiel anderer baden-württembergischer Clubs wie der TSG Hoffenheim oder dem Zweitligisten VfB Stuttgart folgt und Training unter freiem Himmel abhalten darf. Womöglich hat dann auch der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer mit seiner harten Linie ein Einsehen.  sid

DFL plant angeblich mit Wiederbeginn am 2. oder 9. Mai

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