Hamburg – Norbert Schramm war ein Kufenclown auf dem Eis und ein begnadeter Entertainer. Am Dienstag wird der zweimalige Vize-Weltmeister 60 Jahre alt. „Freiberuflich tätiger Lebenskünstler“ nennt er sich selbst.
Und mit genau dieser Attitüde und Schlittschuhen an den Füßen Schramm irgendwie immer wieder die Kurve gekriegt, wenn es ihn aus der Eisbahn zu tragen drohte. Ein Leben mit vielen Irrungen, Wirrungen, Pirouetten und Drehungen – auf und neben dem Eis. Sein Publikum kannte ihn lange nur als Harlekin, der Dänemarks Königin Margrethe mit Blumen bezirzte und mit Katarina Witt einen deutsch-deutschen Walzer aufs Parkett legte. Dabei aber auch Erfolge feierte, von denen nachfolgende Generationen nur träumen konnten. Europameister 1982 und 1983, in beiden Jahren auch Vize-Weltmeister – seither unerreicht.
Während des laufenden Wettbewerbs bei der WM 1984 in Ottawa fuhr Schramm zur Schiedsrichterin an die Bande, machte artig einen Diener und stiefelte vom Eis. „Von einer Sekunde auf die andere hatte das alles keinen Sinn mehr für mich“, sagte der gebürtige Franke. sid